Fragen rund ums Bundespflegegeldgesetz

Mandak: Demenzkranke brauchen Mindesteinstufung auf Pflegegeldstufe 4

Besonderer Pflegeaufwand muss berücksichtigt werden

„Das Pilotprojekt des Sozialministeriums, durch einen Zuschuss für die Finanzierung einer Ersatzpflege die Situation der pflegenden Angehörigen zu verbessern, ist positiv“, urteilt Sabine Mandak, Seniorensprecherin der Grünen. Allerdings ist die Praxis der Pflegegeldeinstufung bei demenzkranken Menschen reformbedürftig.

„Durch den Krankheitsverlauf und die Besonderheit der Erkrankung (großer Bewegungsdrang, Unrast, Persönlichkeitsveränderung) ist ab dem Anfangsstadium eine dauernde Beaufsichtigung notwendig,“ so Mandak.

Derzeit gäbe es bei Demenzerkrankungen aber meist eine zu niedrige Einstufung, da die derzeit verwendeten Kriterien zu kurz greifen. Es ist daher notwendig, die bei der Pflegegeldeinstufung tätigen begutachtenden ÄrtztInnen speziell zu schulen. Die übliche Einstufung in die Pflegegeldstufe 2 entspricht nicht dem tatsächlichen Pflegebedarf. Ein höheres Pflegegeld für demenzkranke Menschen ist dringend notwendig. Für bestimmte Gruppen von Pflegebedürftigen, z.B. für blinde Menschen oder RollstuhlfahrerInnen, sind in der Einstufungsverordnung Mindesteinstufungen festgelegt.

„Dies wäre auch bei Demenzkranken erforderlich, um den besonderen Pflegeaufwand zu berücksichtigen“, fordert Mandak.

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich
Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

0 Kommentare

  • @Ulrike Gritsch: Mit der Kurzbezeichnung „Demenzkranke“ werden zwar meist Alzheimer-Patienten in Verbindung gebracht. Die angestrebten Verbesserungen, bei Bedarf dauernder Beaufsichtigung und Betreuung, müssen sich jedoch auf alle Arten von demenziellen oder atrophischen neurologischen Zustandsbilder beziehen. Menschen mit verschiedenen Graden von Lernschwierigkeiten bis hin zu schwersten Formen neurodegenerativer Erkrankungen oder Gehirnverletzungen sind natürlich einzubeziehen. Es darf hier einzig um den nötigen Unterstützungsbedarf gehen, nicht um die Krankheit, Verletzung oder sonstige Ursache. Anderes im Sinn zu haben, würde Menschen aufgrund der Behinderung bzw. des (ggf. jüngeren) Alters diskriminieren, was nicht mehr sein darf – sollte man meinen.

  • in den letzten jahren wurden so viele menschen zu altenfachbetreuerInnen ausgebildet, dass es direkt lachhaft ist, sich ERST JETZT über pflegeeinstufung gedanken zu machen. denn bis diese Idee umgesetzt wird sind all jene pflegekräfte, die jetzt schon jahrelang einen legalen job suchen (trotzt ausgezeichnetem abschluss), selbst pflegebedürftig …

  • In diesem Zusammenhang könnte gleich die Pflegegeldeinstufung von Menschen mit Lernschwierigkeiten überdacht werden. Auch sie brauchen manchmal mehr Unterstützung als ihnen auf Grund ihrer körperlichen Einschränkungen zugestanden wird.

    Ganz besonders schlimm wird das dann, wenn zum Beispiel persönliche Assistenz am Arbeitsplatz nur Personen ab der Pflegestufe 3 zugestanden wird und auch da nur körperliche Einschränkungen ausgeglichen werden sollen. Menschen mit Lernschwierigkeiten haben fast keine Chance auf eine Gleichbehandlung in diesem Bereich.