Mario Kowald kandidiert bei Grazer Gemeinderatswahl

Mag. Mario Kowald, ÖVP Behindertensprecher, kandidiert erneut bei der anstehenden Grazer Gemeinderatswahl. Er erzählte BIZEPS von bisher Erreichtem sowie Forderungen und Wünschen für die nächsten Jahre.

Mario Kowald
ÖVP

Am 25. November 2012 findet in Graz die Gemeinderatswahl statt. Wieder mit dabei ist der ÖVP Behindertensprecher Mario Kowald, er ist in Graz der einzige Gemeinderat mit einer anerkannten Behinderung. Seit 2008 engagiert er sich mit voller Tatkraft für die Rechte von Menschen mit Behinderung.

Vieles wurde erreicht, vor allem im Bereich Wohnen

Ein wichtiges Thema im letzen Jahr war ihm die äußerst fragwürdige Barrierefreiheit von Gemeindewohnungen. BIZEPS berichtet darüber.

Mittels vieler Anträge und Gespräche mit dem Referat für barrierefreies Bauen konnten einige Missstände entschärft bzw. behoben werden, so Kowald. Das Wohnungsamt der Stadt befindet sich jetzt in einem barrierefreien Gebäude am Schillerplatz 4, Neuerungen sind unter anderem, ein Lift, Braille-Beschriftungen sowie weitere Orientierungshilfen und Parkplätze direkt vor dem Eingang.

Menschen mit Behinderung werden nicht länger diskriminiert, wenn sie um eine Gemeindewohnung ansuchen. Inzwischen werden die Anträge beim Wohnungsamt angenommen und nicht mehr wie in der Vergangenheit üblich beim Sozialamt.

Weiters wird bei der Beschreibung, ob eine Wohnung barrierefrei ist oder nicht nun genau darauf geachtet, ob dies auch wirklich der Wahrheit entspricht. Fälle, in denen Wohnungen vergeben wurden, welche sich als nicht barrierefrei und somit als teilweise, wenn überhaupt, benutzbar herausstellten, gehören der Vergangenheit an.

Gehör konnte sich Kowald auch bei Wohnprojekten, die in Bau begriffen sind, verschaffen. So werden beim Ausbau der Reininghausgründe und der Strassgangerstraße barrierefreie Wohnungen errichtet.

Rückblick

Auf die Frage, worauf der engagierte Politiker während seiner bisherigen Tätigkeit besonders stolz ist, antwortet er: „Ich musste und durfte als Blinder den Stadträtinnen aller Ressorts die Augen öffnen. Behinderung kennt keine Parteigrenzen. Es ist gelungen, für viele Bereiche Kooperanten zu finden. Besonders stolz bin ich, dass die Zusammenarbeit mit dem Grazer Tourismus einiges für Menschen mit Behinderung erreicht hat, dass in der Gestaltung von Straßen und Plätzen durch viel Streit über uns nicht buchstäblich drüber gefahren wird. Neue Menschen mit Behinderung konnten eingestellt werden und in der MitarbeiterInnenschulung werden endlich Menschen mit Behinderung für Sensibilisierungseinheiten eingesetzt.“

Und Kowald ergänzt: „Man lernt durch meine Fragen, Anträge und Anfragen langsam, dass der Leichter-Lesen-Standard gefragt ist und Psychosoziale Krisen in manchen Bezirken ernster zu nehmen sind. Die Zahl an Diabetikern nimmt ständig zu (Typ 1 und Typ 2). Man kann durch Prävention noch viel erreichen.“

Niemand entscheidet über uns ohne uns!

So seine klare Forderung, die in Zukunft noch selbstverständlicher umgesetzt werden soll. Auf dem Weg dahin gilt es eine bessere Vernetzung und verstärkten Zusammenhalt der Behindertenorganisationen zu bewerkstelligen, denn nur eine starke Lobbying-Bewegung kann sagen, worauf es ankommt, so Mario Kowald im Interview.

Inklusion darf nicht weiterhin nur ein schönes, aber eher realitätsfernes Thema sein, bei Veranstaltungen, Kongressen und Gemeinderatssitzungen muss es darum gehen. Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung muss viel stärker als bisher umgesetzt werden!

Kowald weiß: „Ich muss noch viel laufen und ständig Anträge stellen, aber es muss so sein, dass man in Zukunft automatisch auf uns zukommt und uns bei der Planung einbindet.“

Wahlkampf-Endspurt mit beherztem Appell

Der Grazer Bürgermeister, Siegfried Nagl, steht den Forderungen und Anregungen des Behindertensprechers seiner Partei aufgeschlossen gegenüber, informiert Kowald. ÖVP intern hat man sich auf einen Vorzugsstimmenwahlkampf geeinigt. Er benötigt ungefähr 400 Stimmen, um wieder für Menschen mit Behinderung in Graz arbeiten zu dürfen. (Kowald händisch ins Vorzugsstimmenfeld schreiben)

Unmissverständlich stellt Kowald abschließend klar: „Wenn wir niemand haben, der unsere Interessen vertritt, wird man über uns hinweg Entscheidungen treffen, auf die wir nie mehr einen Einfluss haben.“

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