Markus Wolf neuer BSVÖ-Präsident

41-jähriger Wiener führt Geschicke des Blinden- und Sehbehindertenverbandes

Markus Wolf
BSVÖ

Die Delegierten der sieben Landesorganisationen des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Österreich (BSVÖ) wählten am vergangenen Freitag in Linz den 41-jährigen Wiener Dr. Markus Wolf zum neuen Präsidenten der Dachorganisation. Als Kassier steht ihm Gerhard Schmelzer, als Schriftführerin Stefanie Steinbauer zur Seite.

Wolf, der als Referent in der Abteilung für Internationale Jugend und Familienpolitik im Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend arbeitet, kann auf beste Kontakte zu Selbsthilfeorganisationen in Europa sowie zu VertreterInnen der Europäischen Union zurückgreifen. Seit 2007 ist er bei der Europäischen Blindenunion (EBU) Kabinettsmitglied der Kommission für die Verbindung zu den Institutionen der Europäischen Union.

„Die meisten Probleme der 318.000 dauerhaft sehbeeinträchtigten Menschen in Österreich können nicht mehr nur binnenstaatlich, sie müssen auch auf europäischer Ebene gelöst werden“, ist der neue BSVÖ-Präsident von einer fruchtbringenden Vernetzung innerhalb der EBU überzeugt.

Inklusion ohne Wenn und Aber

Das Ersatzmitglied im Monitoringausschuss zur Überwachung der Implementierung und Umsetzung der UN-Konvention für Menschen mit Behinderungen (BRK) in Österreich ist ein glühender Verfechter der in der BRK festgeschriebenen Inklusion von behinderten Menschen.

Wolf: „Jeder Mensch ist in sich einzigartig und unterscheidet sich von Natur aus von seinen Mitmenschen. In einer inklusiven Gesellschaft sind diese Unterschiede normal und gehören zum Alltag. Dort wo Barrieren bestehen, sind sie nicht nur auf die betroffene Person zurückzuführen, sondern auch auf die Gesellschaft. Damit Barrieren wirksam abgebaut werden, muss die Gesellschaft sich ändern und Menschen mit Behinderungen als vollwertige, gleichberechtigte Mitmenschen in allen Gesellschaftsbereichen akzeptieren.“

Der neue Präsident des BSVÖ will den Hauptteil seiner Arbeit dem Abbau bestehender Barrieren, vor allem für blinde und sehbehinderte Menschen, widmen.

„Ist es nicht skurill, dass einem Schlichtungswerber bzw. einer Schlichtungswerberin, der oder die durch eine Barriere diskriminiert wurde, zwar Schadenersatz zusteht, der Schlichtungsgegner diese Barriere jedoch nicht beseitigen muss?“, fordert Wolf eine Überarbeitung des Bundes-Behindertengleichstellungsgesetzes (BGstG), vor allem durch die gesetzliche Verankerung eines Beseitigungs- und Unterlassungsanspruches.

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich
Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

0 Kommentare

  • Alles Gute und viel Kraft dem Herrn Markus Wolf, dem neuen Präsidenten des Blinden- und Sehbehindertenverbandes. Ich sehe einem verstärkten politischen Einsatz des BSVÖ gerne entgegen.