Massive Kritik an Vorgangsweise der ÖBB

lfS-Beratungsstelle "Menschengerechtes Bauen" zum Umbau Bahnhof Feldkirch

ÖBB Züge
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„So etwas darf zur heutigen Zeit einfach nicht mehr passieren“, mit diesen Worten kommentierte der Leiter der lfS-Beratungsstelle „Menschengerechtes Bauen“, Baumeister Hermann Mayer, die Umstände beim Umbau des Bahnhofes in Feldkirch und kritisiert massiv die Vorgangsweise der ÖBB. Als Beispiel führt er die Sanitäranlagen an, die nicht der ÖNORM entsprechen.

In einem Schreiben an die ÖBB wurde dies von Ing. Mayer festgestellt, in der vergangenen Woche gab es mit dem Sanitärplaner einen Termin vor Ort. Dabei musste festgestellt werden, dass die Sanitäranlagen, so wie sie de facto jetzt schon ausgeführt worden sind, wieder nicht den Normen entsprechen. Der Planer hat daraufhin versichert, dass er den Umbau der Sanitäranlagen unverzüglich in die Wege leiten wird.

„Muss sich nun das ganze Spektakel wie wir es beim Bahnhof in Bregenz bereits erlebt haben, in Feldkirch wiederholen?“ fragt sich der Leiter der lfS-Beratungsstelle „Menschengerechtes Bauen“. Auch was die rollstuhlgerechte Erschließung der Bahnsteige anbelangt, darf unter keinen Umständen nachgegeben werden. Nach Meinung von Hermann Mayer wäre es eine Schande, wenn der größte und wichtigste Bahnhof in Vorarlberg nur halbherzig rollstuhlgerecht wird.

Zudem gibt es eine Entwicklung bei den ÖBB, die nicht in Ordnung sei. Mit Beginn des Sommerfahrplanes Anfang Juni 2001 wird die Aufgabe sowie die Beförderung des gesamten Reisegepäcks von den ÖBB österreichweit ersatzlos gestrichen. Gleichzeitig soll auch die Einstiegshilfe für RollstuhlfahrerInnen ersatzlos gestrichen werden. Hebelifte sollen ganz einfach wegrationalisiert werden.

Offensichtlich sollen RollstuhlfahrerInnen den ÖBB in Zukunft nicht mehr nahe treten. Sind in Hinkunft nicht mehr willkommen. Die österreichische Behindertenbewegung hat sich in der Vergangenheit diese Hebelifte mühsam erkämpfen müssen. „Denn wäre es nach den ÖBB gegangen, hätten wir jetzt wahrscheinlich noch immer das Vorgängermodell: Tragstühle, die man drei Tage vor Fahrtantritt vorbestellen musste! Und keine rollitauglichen Waggons“, kritisiert Mayer.

Übrigens: Die ÖBB erhielten im vergangenen Jahr einen Zuschuss von ATS 50 Milliarden. Finanziert von den SteuerzahlerInnen; auch von SteuerzahlerInnen, die im Rollstuhl sitzen.

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