Mediation und Barrierefreiheit im Arbeitskontext

Es gibt nicht nur bauliche Barrieren, die eine Inklusion von Menschen mit Behinderung erschweren. Mehr und mehr Barrieren befinden sich ausschließlich im Kopf.

Zeitschrift: Mediation aktuell
Mediation aktuell

Sie resultieren oft aus der Sprachlosigkeit, die Menschen im Umgang miteinander haben. Mediation kann Gespräche in Gang bringen und so Barrieren – auch im Kopf – reduzieren.

Neben den klassischen Barrieren im Arbeitsleben, wie zu hohe Stufen, zu enge Türen oder keine Aufzüge richtet sich in der letzten Zeit der Fokus mehr und mehr auf andere Hürden – die Barrieren im Kopf. Das beginnt damit, dass immer noch viele der festen Überzeugung sind, dass kranke oder behinderte Menschen auch so aussehen müssen. Jemand, der keinen eingegipsten Fuß hat oder fiebernd im Bett liegt, kann keine gesundheitliche Beeinträchtigung haben – so die noch immer weit verbreitete Meinung.

Die Realität sieht anders aus. Viele chronisch, vor allem aber auch psychisch erkrankte Menschen sehen optisch vollkommen gesund aus. Trotzdem haben sie spezielle Bedürfnisse, die ihnen helfen würden, ihre gesundheitliche Situation zu stabilisieren bzw. zu verbessern: mehr Pausen, weniger bzw. keine Fahrten mit dem Auto oder eine stressfreiere Arbeit. Die aus dieser Situation resultierenden Spannungsfelder im Arbeitsleben sind naheliegend:

  • Wachsende Angst der gesundheitlich beeinträchtigten Menschen um ihren Arbeitsplatz führt oft dazu, dass neu auftretende Bedürfnisse verschwiegen werden.
  • Die vom Arbeitgeber wahrgenommene Leistungsminderung veranlasst ohne ausreichende Hintergrundinformation vielfach die Erhöhung des Drucks auf den Menschen mit Behinderung.
  • Die Unruhe unter Kollegen verstärkt sich, wenn unkommentiert Sonderregelungen getroffen werden. Die Gefahr von Mobbing steigt.

Mit Hilfe von Mediation lassen sich vor allem zwischenmenschliche Barrieren reduzieren.

In der klassischen Mediation unterstützt eine am Konflikt unbeteiligte Person bei der Suche nach Lösungen, die von allen Beteiligten akzeptiert wird. Die Mediatorin setzt dazu spezielle Gesprächs- und Fragetechniken ein, um den Dialog der Konfliktparteien zu fördern.

Mediative Techniken können von jedem eingesetzt werden. Sie fördern Klarheit im Umgang miteinander und helfen somit bei der Wahrung eigener und fremder Bedürfnisse.

Bei der mediativen Grundhaltung gehen Menschen davon aus, dass es Lösungen gibt, durch die jeder etwas gewinnen kann. Die Ausrichtung auf tragfähige Vereinbarungen für die Zukunft ersetzt ständige Schuldzuweisungen. (Mehr zur Mediation und Soziale Gesundheit – inkl. Interviews namhafter Experten)

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich
Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert

0 Kommentare

  • „kopfbarrieren“ finden nicht nur in „arbeitsköpfen“ statt, jedoch das ist ein zusätzliches thema….

    der text hat mich nicht losgelassen
    ja, mediation kann was bewirken
    etwas kleines in einem großen system…..

  • @Gerhard-Norbert ist doch KLAR, hier könnten ihre Führungsschwächen und die Vernachlässigung der Fürsorgepflicht, an den Tag kommen! Der Teufel scheut ja auch das Weihwasser!

  • Vielen Dank für den ausgezeichneten Artikel. Die Barrieren in den Köpfen vieler Menschen sind es, die im Arbeitsleben sehr oft zu Konflikten, Ausgrenzungen ja Diskriminierung führen. Befremdend ist für mich – wie ich es in meiner täglichen Beratung/Vertretung von Menschen mit Behinderung leider erlebe, dass sich Vorgesetzte, Personalverantwortliche, BR/PV massiv gegen Mediation und andere Hilfsangebote sträuben.