Mehr barrierefreies Fernsehen im Mitteldeutschen Rundfunk

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) wird im kommenden Jahr alle regionalen Informationssendungen im Fernsehen zwischen 18 Uhr und 22 Uhr untertiteln.

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Wie der Sender am 28. Dezember 2012 weiter mitteilte, erhöht sich die Zahl der hier ausgestrahlten Hörfilme um rund 50 Prozent. Erstmals sind auch alle regelmäßigen MDR-Beiträge im Ersten mit Untertiteln versehen.

Mit einer stufenweisen Anhebung der Untertitelungsquote bis 2016 auf mindestens 75 Prozent verstärkt der MDR seine Anstrengungen für eine weitgehende Barrierefreiheit seiner Programmangebote für Hör- und Sehgeschädigte. MDR-Intendantin Prof. Karola Wille: „Die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen ist dem MDR ein wichtiges Anliegen, deshalb wollen wir nicht nur punktuelle Aktionen zum Abbau von Barrieren, sondern ein umfassendes Angebot, das möglichst alle nutzen können.“

Mindestens 40 Prozent aller Fernsehsendungen werden 2013 untertitelt

So wird die von vielen gewünschte Live-Untertitelung der drei Landesmagazine „Sachsenspiegel“, „Sachsen-Anhalt heute“ und „Thüringen Journal“ ab 1. Januar 2013 in die Tat umgesetzt. Untertitelt erscheinen ab Januar ebenfalls die MDR-Magazine „Umschau“, „Exakt“, „Escher“, „Hauptsache gesund“, „Echt“; „artour“, die Reihen „Der Osten – Entdecke, wo Du lebst“, „Exakt – Die Story“; „Unterwegs in …“ und „Fakt ist …!“. Die beiden freitäglichen Talkrunden „Riverboat“ und „Unter uns“ sind ab 2013 ebenfalls mit Untertiteln zu empfangen, ebenso wie die neue Staffel der „Geschichte Mitteldeutschlands“ und die im Fernsehen übertragenen Gottesdienste aus Mitteldeutschland. Die Sendung „MDR um elf“, die bereits jetzt mit Gebärdendolmetscher zeitversetzt in der MDR-Mediathek zu sehen ist, wird diesen Service ab 2. Januar online im Livestream bieten.

Die Anzahl seiner jährlich produzierten Hörfilme wird der MDR ab 2013 verdoppeln, die Anzahl der ausgestrahlten um die Hälfte auf mehr als 300. Außerdem sollen weitere Genres wie Reportagen, Unterhaltungssendungen und Dokumentationen mit Audiodeskriptionen versehen werden.

Das Hörfilmangebot kann ebenso wie die untertitelten Sendungen auch in der MDR-Mediathek genutzt werden.

Live untertitelt erscheinen mit Beginn des neuen Jahres im Ersten das MDR-Magazin „FAKT“ sowie die vom MDR produzierten Ausgaben von „Plusminus“ und „Druckfrisch“. Neu hinzu kommen auch untertitelte MDR-Produktionen in den ARD-Reihen „Weltreisen“, „Gott und die Welt“, „Erlebnis Erde“, „Die Story im Ersten“ bzw. „Geschichte im Ersten“. Nachdem in der Vergangenheit bereits Fernsehfilme und andere Magazine untertitelt geliefert wurden, sind damit nun alle regelmäßigen MDR-Produktionen im Ersten mit Untertiteln zu empfangen.

„In aller Freundschaft“ mit Audiodeskription

Zusätzlich zu den bereits seit 2009 komplett mit Audiodeskription versehenen fiktionalen Produktionen werden die unter Federführung des MDR fürs Erste produzierten Dienstagsserien wie „In aller Freundschaft“, „Um Himmels Willen“, „Tierärztin Dr. Mertins“, „Familie Dr. Kleist“ und „Weissensee“ ab Januar mit Audiodeskription, also als Hörfilme, angeboten; ebenso die Naturfilme der Landesrundfunkanstalt, die in der Primetime des Ersten gesendet werden.

Mit Inkrafttreten des neuen Rundfunkbeitragsstaatsvertrages am 1. Januar 2013 wird auch eine Vorgabe des Bundessozialgerichts umgesetzt, finanziell leistungsfähige Seh- und Hörgeschädigte an der Rundfunkfinanzierung zu beteiligen. Die Betroffenen werden zur Zahlung eines Drittels des regulären Rundfunkbeitrags verpflichtet. Vor diesem Hintergrund hat der MDR seine Strategie zum stufenweisen Ausbau seiner barrierefreien Angebote erarbeitet und mit Spitzenvertretern von Behindertenverbänden und weiteren Einrichtungen aus deren Umfeld diskutiert.

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0 Kommentare

  • Zu Dr. Gitti Tegl:
    Dann müssen sich die SelbstvertreterInnen von People First oder die Lobby der Menschen mit Lernschwierigkeiten auch dafür stark machen, dass es LL-Untertitelungen gibt. Nicht nur Wünsche „abladen“ und sich dann darauf verlassen, dass andere sich dafür in erster Linie einsetzen. Unterstützen tue ich Ihre Forderung gerne!

  • Es scheint wirklich so zu sein, dass Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung einfach vergessen werden! interessanterweise auch von Menschen mit anderen Behinderungsarten.Viele Menschen können heute die schwere Sprache der Medien nicht mehr verstehen (z.B. Auch viele ältere Menschen ).Die Untertitelung macht also Sinn, wenn sie in einer Leichterlesenversion (LL) formuliert ist.Grundsätzöich genießen das alle Menschen! Das zum Thema Inklusion!!!