Mehr Linien als barrierefreie Busse

Wer in Oberösterreich auf barrierefreie öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, darf nicht spontan sein. Den Eindruck könnte man jedenfalls gewinnen, wenn man die Antwort der Stern & Hafferl Verkehrsgesellschaft auf eine Anfrage von BIZEPS liest.

Busse von Stern & Hafferl
Stern & Hafferl/Josef Reiter

BIZEPS hatte das Unternehmen gefragt, welche ihrer betriebenen Linien barrierefrei sind.

Das Unternehmen betreibt die Buslinien 433, 443, 444, 450, 452, 453, 454 sowie 468 seit einer Neuausschreibung im vergangenen Jahr.

In seiner Antwort teilt Stern & Hafferl BIZEPS mit, dass zwar der sogenannte Stadtbus von Bad Hall-Linie 452 Bad Hall – Steinbach/Steyr ein Niederflurbus sei und daher ein barrierefreier Einstieg möglich ist.

Auf den übrigen Linien setze man aber insgesamt lediglich drei barrierefreie Überlandbusse ein, die mit einem Hebelift für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer ausgestattet seien. Diese würden hauptsächlich auf den Linien 433 Steyr nach Kirchdorf, 450 Steyr nach Rohr, Bad Hall Bahnhof sowie 468 Kirchdorf – Bad Hall eingesetzt.

Allerdings gebe es keine Möglichkeit, zu sehen, zu welchen Zeiten die barrierefreien Busse verkehrten. „Im Bedarfsfall wird empfohlen 3 Tage vor Reiseantritt sich in unserem Kundenbüro in Bad Hall unter der Telefonnummer 07258/33301 anzumelden“, schreibt Stern & Hafferl in der Antwort an BIZEPS. „Natürlich lässt sich auch mit mindestens 3 Tage Vorlaufzeit ein Bus mit Hebelift auf unsere weiteren Linien 443, 444, 453, 454 zum Einsatz bringen, um auch dort unsere Fahrgäste barrierefrei befördern zu können.“

Wie das mit dem Behindertengleichstellungsgesetz vereinbar ist, das den Einsatz von barrierefreien Bussen im Linienbetrieb seit 2009 vorschreibt, ist unklar.

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0 Kommentare

  • @ Pöschek: gratuliere zum guten Vorhaben und wünsche viel Erfolg. Ein Bericht über das Ergebnis solcher Aktionen wäre sehr wünschenswert!

  • Hier ist wieder der Hund begraben. Die Verkehrsverbünde definieren womöglich nicht genau was sie barrierefrei fordern, weil sie davon ausgehen, dass die Busunternehmer sich an die Bundesvorgaben halten. Die Busunternehmer reden sich dann wieder auf die Verkehrsverbünde aus und die Ausschreibungen. Damit muss Schluss sein!

    Ich werde als direkt betroffener hinkünftig für die Verbindungen Taxis nutzen und den Mehrpreis im Vergleich zum Fahrschein bzw. meiner Netzkarte Stern & Haferl in Rechnung stellen. Wenn sie das möchten, auch vor Gericht.

    Jeder betroffene sollte eine Schlichtung nach dem Behindertengleichstellungsgesetz anstreben – denn um so mehr wir sind, um so größer ist der (finanzielle) Druck – hier geht es nicht nur um fiktive Kosten als Entschädigung aufgrund der Diskriminierung sondern tatsächliche Mehrkosten, die entschädigt gehören (Taxi oder anderes Beförderungsmittel, Benzingeld und Kilometergeld falls Privat-PKW)

    Wenn Stern & Haferl mich als Rollstuhlfahrer nicht dabei haben möchte, sollen sie die alternative Verbindung an Mehrkosten zahlen.

  • Das ist Föderalismus!!

    Die Länder zeigen wieder, was sie können. LEIDER