Mehrheit der Frauen und Mädchen mit Behinderungen weltweit von Bildung ausgeschlossen

LICHT FÜR DIE WELT zum Weltfrauentag: Gleiches Recht auf Bildung für Frauen und Mädchen mit Behinderungen weltweit muss verwirklicht werden. Inklusive Bildung als Schlüssel für Gleichberechtigung.

Maria Adela im Unterricht an der Universität Sucre
Carolina Strasnik

Weltweit ist jede fünfte Frau eine Frau mit Behinderung. Frauen und Mädchen mit Behinderungen gehören zu den am stärksten benachteiligten Personengruppen. Während laut der Weltgesundheitsorganisation WHO 22 Prozent aller Frauen in Entwicklungsländern eine Behinderung haben, sind es unter den Männern 13,8 Prozent. Auch in einkommensstarken Ländern leben deutlich mehr Frauen mit Behinderungen (14,4 Prozent) als Männer mit Behinderungen (9,1 Prozent).

Zu den Ursachen für das höhere Vorkommen von Behinderungen bei Frauen weltweit zählen die häufige soziale, rechtliche und wirtschaftliche Schlechterstellung von Frauen generell und damit der schlechtere Zugang zu Gesundheitsversorgung, Sozialschutz oder Ernährungsprogrammen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen und Mädchen mit Behinderungen in Entwicklungsländern aufgrund von Geschlecht und Behinderung diskriminiert werden und sozial isoliert sind, ist deutlich höher, als bei Männern.

Diskriminierung mit weitreichenden Folgen

Besonders deutlich zeigt sich die mangelnde Gleichberechtigung von Frauen mit Behinderungen in der Bildung: Nur 42 Prozent der Mädchen mit Behinderungen weltweit haben laut WHO die Möglichkeit, die Volkschule abzuschließen. Die Analphabetismus-Rate ist bei Frauen mit Behinderungen daher besonders hoch. Folgen mangelnder Schulbildung sind der Ausschluss vom Arbeitsmarkt und häufig ein Leben in Armut.  Über 80 Prozent der Frauen mit Behinderungen weltweit haben kein selbstständiges Einkommen.

„Frauen mit Behinderungen haben das gleiche Recht auf Bildung und Teilhabe am sozialen Leben. Ihre Sichtbarkeit muss überall verstärkt werden. So steht es auch in der UN-Behindertenrechtskonvention“, äußert sich Rupert Roniger, Geschäftsführer von LICHT FÜR DIE WELT, anlässlich des Weltfrauentags. „Hochwertige inklusive Bildung für alle ist eines der Globalen Weltziele und Schlüssel zur Gleichberechtigung. LICHT FÜR DIE WELT unterstützt daher gezielt Frauen und Mädchen mit Behinderungen in Armutsgebieten beim Schulbesuch und in der Ausbildung.“

Inklusive Bildung als Schlüssel für Gleichberechtigung

LICHT FÜR DIE WELT fördert aktuell rund 620.000 Frauen und Mädchen mit Behinderungen in inklusiven Bildungsprojekten und in Gemeindenaher Rehabilitation, arbeitet eng mit Eltern, Lehrern, Schulbehörden und Bildungsministerien zusammen, organisiert Fortbildung und geeignetes Schulmaterial und unterstützt Behindertenorganisationen, die vor Ort den Schulen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Der Zugang zu Bildung für junge Frauen und Mädchen mit Behinderungen bleibt ihnen aufgrund unterschiedlichster Barrieren verwehrt – ob physische, kommunikative, soziale, ökonomische oder institutionelle Barrieren. Aufgrund der Vielfalt dieser Barrieren unterstützt LICHT FÜR DIE WELT Frauen und Mädchen in unterschiedlichen Lebensphasen und Situationen. Sei es beispielsweise durch die Versorgung mit Hilfsmitteln, physiotherapeutische und psychologische Unterstützung oder durch Bewusstseinsbildung bei Behörden und Lehrern.

Maria Adela studierte Psychologie

Was gezielte Förderung von Frauen und Mädchen mit Behinderungen bewirken kann, zeigt Maria Adela Moscoso López Geschichte. Die 31-jährige Bolivianerin hat kürzlich ihren Studienabschluss in Psychologie an der Universität Sucre in Bolivien gemacht. Heute freut sie sich auf die Zukunft, doch das war nicht immer so. Seit einem schweren Autounfall sitzt Maria Adela im Rollstuhl. Damals, kurz nach dem Unfall, verfiel sie in eine tiefe Depression: „Ich wollte nicht mehr leben“, erzählt die junge Frau. Sie erfuhr soziale Ausgrenzung – auch Freunde wollten aufgrund ihrer Behinderung nichts mehr mit ihr zu tun haben. „Ich war alleine und hatte in meiner Heimatstadt keine Perspektiven“, so Maria Adela.

Doch mit der Unterstützung von LICHT FÜR DIE WELT und einer lokalen bolivianischen Partnerorganisation findet sie ihren Lebensmut wieder. In der Hauptstadt Sucre erhält sie psychologische Unterstützung und wird physiotherapeutisch gefördert. Und das Wichtigste, sagt sie: „Hier wurde ich verstanden. Ich fand Menschen, mit denen ich mich austauschen konnte.“

Der neue Lebensmut gab Maria Adela die Kraft, ihre Ausbildung zu machen: „Mein Studium ermöglicht mir Selbstständigkeit. Jetzt kann ich ein Stück von der Hilfe weitergeben, die ich erfahren habe“, freut sie sich. Nach ihrem Abschluss möchte sie nun in ihrem Heimatort Monteagudo als Psychotherapeutin arbeiten und dort auch die Hilfsorganisation unterstützen, durch die sie wieder Hoffnung fand.

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