„Mein Führhund gewährleistet meine Mobilität und Sicherheit“

Der Blindenführhund ist ein "Hilfsmittel mit Seele" (= Titel eines Buches von Georg Riederle).

Blindenführhunde
Guide dogs von smerikal / CC BY-SA 2.0

„Mein Führhund gewährleistet meine Mobilität und Sicherheit. Ich sehe es als Diskriminierung, daß es Gesetze gibt, die mir in bestimmten Situationen und Umfeldern verbieten, meinen Blindenführhund einzusetzen und mich damit meiner Mobilität und Sicherheit berauben“, so Barbara Levc, Behindertenbeauftragte und selbst Blindenführhundhalterin.

Da der Führhund nicht als Diensthund anerkannt ist, darf er offiziell nicht in öffentliche Gebäude wie z. B. Schulen, Ämter usw. Wie sollen nun mündige und selbständige StaatsbürgerInnen, die erblindet sind, den Bürgerpflichten nachkommen, wenn sie den Führhund wie einen Schirm vor der Tür abstellen sollen?

Abgesehen vom Wert des Tieres, ist dies eine gravierende Einschränkung der Bürgerrechte. Ebenso ist es für die Selbständigkeit blinder Menschen notwendig, mit dem Führhund in allen Geschäften des täglichen Bedarfes Zugang zu haben.

Es gibt in vielen Ländern gesetzliche Bestimmungen, die Blindenführhunde von Hundeverboten ausschließen. „Bei uns gibt es diesbezüglich nichts, es sollen endlich gesetzliche Bestimmungen beschlossen werden, die überhaupt keine derartigen Probleme aufkommen lassen“, so die betroffenen Menschen.

Um dies zu ändern, entstand die Idee eine große Unterschriftenaktion zu starten – sie lief sehr gut und es wurden 43.802 Unterschriften gesammelt und als Petition „zur gesetzlichen Anerkennung des Blindenführhundes als Hilfsmittel und Diensthund“ überreicht.

Konkret wird darin gefordert:

  • Zutrittsrecht zu allen öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen sowie in allen Geschäften des täglichen Bedarfs
  • Verankerung der Mitnahmepflicht in den Beförderungsrichtlinien öffentlicher (Bus, Bahn) und privater (Taxi) Beförderungsunternehmungen
  • Wegfall der Leinen- und Beißkorbpflicht
  • einheitliche Finanzierung und Anerkennung als Hilfsmittel

Während der Zeit der Unterschriftensammlung konnten auch einige Sonderabmachungen mit Ministerien und deren nachgeordneten Dienstellen, wie z. B. Universitäten erreicht werden. Weiters kam es zu Änderungen der Hausordnungen im Parlament und Rathaus. Auch die Bundestheater öffneten ihre Tore für Blindenführhunde, aber in allen anderen Theatern ist es nach wie vor unsicher und schwierig – Abweisungen keine Seltenheit.

Die „Hundegesetze“ sind teils Länder- teils Gemeindeangelegenheit, was die Sache sehr kompliziert macht. Das Problem ist, daß es allgemeine Gesetze gibt, die Hunde von bestimmten Bereichen ausschließen und daß die Ausnahmebestimmungen für Blindenführhunde fehlen bzw. Führhunde in bestehenden Ausnahmebestimmungen für Diensthunde nicht eingeschlossen sind.

Da diese Gesetze auf sehr viele Kompetenzbereiche aufgesplittert sind, fordern die Betroffenen ein übergeordnetes Bundesgesetz, das die Sonderstellung des Blindenführhundes allgemein anerkennt und ihn von allen Verbotsbestimmungen ausnimmt.

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