Mein Leben ist keine Kostenstelle

Christian Bayerlein: Hört auf, Assistenz so zu framen, als wäre sie eine großzügige Wohltat, die man sich 'leisten können muss'.

Christian Bayerlein
Björn Lubetzki

„Mein Leben ist keine Kostenstelle“, so hat Christian Bayerlein seinen Beitrag auf LinkedIn als Antwort auf einen Gastbeitrag von Kristina Schröder (ehem. Ministerin, CDU) mit dem Titel „Was wir uns künftig nicht mehr leisten können“ in der Welt online tituliert. (siehe auch)

Sinngemäß geht es dabei darum, dass Persönliche Assistenz zwar wünschenswert, aber für Kommunen „nicht mehr tragbar“ sei.

In seiner Antwort bringt Christian Bayerlein als Nutzer Persönlicher Assistenz zum Ausdruck, was er sich von der Politik, den Medien und uns allen wünscht:

Diskutiert über Strukturen. Diskutiert über Effizienz. Diskutiert über faire Löhne in Assistenz und Pflege. Diskutiert über Bürokratie, die Zeit frisst, die Menschen eigentlich für Menschen bräuchten.

Aber hört auf, Assistenz so zu framen, als wäre sie eine großzügige Wohltat, die man sich ‚leisten können muss‘. Assistenz ist nicht das Sahnehäubchen auf einem Sozialstaat. Assistenz ist die Rampe in ein Leben, das sonst hinter Stufen verschwindet.

Und vor allem: Nichts über uns ohne uns. Wenn über Assistenz gestritten wird, dann nicht in Talkshows über behinderte Menschen – sondern mit uns.

Nicht als Symbol. Nicht als Einzelfall. Sondern als Expert*innen unseres eigenen Lebens. Denn ich bin keine Kostenstelle. Ich bin ein Mensch. Und mein Leben ist kein Posten, den man wegkürzen kann, ohne dass es weh tut.

Es tut weh. Jeden Tag, wenn solche Texte das Fenster öffnen, durch das Kälte in die Debatte zieht.

Siehe: kobinet-nachrichten, Frankfurter Rundschau

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich
Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  • Amber S , Antworten

    19.12.2025, 09:40

    Auch wenn ich in Österreich lebe, spricht mir das so sehr aus der Seele! Ich lebe seit über 1 Jahr eingesperrt im eigenen Haus, einfach weil das Geld fehlt, sei es jetzt für Assistenz oder zur Herstellung der Barrierefreiheit oder zur Finanzierung eines für mich geeigneten Fahrzeuges. Es ist ein erschreckender Gedanke, dass eine Behinderung scheinbar ein „Luxusgut“ ist, dass eins sich leisten können muss.

Bild der Woche

Barrierefreiheit sichtbar gemacht: Jede Woche ein Bild, das Erfolge feiert oder Hürden aufzeigt.