Menschen im Visier von Wissenschaft und Politik

Anmerkungen zur Wiener Festwochenproduktion "Exhibit A: Deutsch-Südwestafrika"

Veranstaltungsankündigung: Sehen Sie live Eingeborene
Festwochen

Besucht man ein Museum für Ethnologie oder in Wien das Museum für Völkerkunde sieht man für gewöhnlich hinter Glasvitrinen fremder Menschen Kleidung, deren Gebrauchsgegenstände des alltäglichen Lebens sowie künstlerische Arbeiten. Diese Ausstellungsstücke aus aller Welt, meist mühevoll von Wissenschaftern zusammengetragen, muten aber doch immer irgendwie leblos an.

Tödlicher Blick

Wie tödlich diese Art der Inszenierung von Fremdheit und dieser leblose Blick auf fremde Kulturen für deren Vertreter und Vertreterinnen sein kann, zeigt Brett Bailey in einer Produktion der Wiener Festwochen. Es werden einerseits die Gräuel- und Gewalttaten der deutschen Kolonialpolitik und die Ausbeutung sowie die Ermordung von Menschen allein für wissenschaftliche Zwecke zu Beginn des letzten Jahrhunderts aufgezeigt.

Anderseits hat sich diese Veranstaltung, die mittels Installationen den gewohnten Völkerkunde-Blick imitiert und damit karikiert, voll und ganz der Lebendigkeit verschrieben. Daher auch die Bezugnahme auf die aktuelle Asylpolitik in Österreich und deren Folgen. Zu sehen sind auch reale Menschen aus verschiedenen Ländern Afrikas. Es wird kein Wort gesprochen, es gibt zu Sehen, Hören und Staunen. Bewegend!

Barrierefreiheit

Die Ausstellung ist ohne Stufen zugänglich. Hilfe (Türen öffnen, Lift) ist perfekt organisiert. Veranstaltungen finden noch bis zum 23. Mai statt. Karte mit Begleitperson 12 Euro.

Dauer: ungefähr eine halbe Stunde.

Spielort: Museum für Völkerkunde, Neue Burg, 1010 Wien.

Karten und Information: Wiener Festwochen

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