Menschen mit Behinderungen – zur Abschreckung?!

ÖBB-Plakate über die Gefahren an Bahnanlagen diskriminieren Menschen mit Behinderungen

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SLIÖ

„Abkürzungen über Bahngeleise sind lebensgefährlich“ steht auf Plakaten der ÖBB – um dies darzustellen, sieht man z.B. eine junge Frau mit Beinprothese oder einen Mann im Rollstuhl.

Selbstbestimmt Leben Österreich – SLIÖ kritisiert, dass die ÖBB mit dieser Kampagne die Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderungen ausnützt und verstärkt. „Wir sind schockiert, in dieser Kampagne werden wir als Opfer eines Fehlverhaltens dargestellt, wodurch ein verfälschtes Bild in der Gesellschaft verbreitet wird!“

Das Bemühen der ÖBB gegen Unfälle und unnötigen Leichtsinn anzukämpfen ist prinzipiell anzuerkennen. So soll die Zielgruppe der Kampagne, vermutlich Jugendliche, geschult werden. Bewusstseinsbildung! – Ja, aber nicht mit dieser verkehrten Art, sich längst überholter Vorurteile zu bedienen. So werden weder konkrete Sicherheitsvorkehrungen getroffen, noch gezeigt, wie mit Unfällen umgegangen und gelebt werden kann.

Dabei widerspricht sich die ÖBB hier faktisch selbst; bei veralteten Bahnstationen ist viel zu häufig als einziger stufenloser Weg das „Queren der Gleise“ vorgesehen.

Längst überfällig ist die Umsetzung des Maßnahmenkatalogs zum Eisenbahnverkehr. Sehr viele kleine Bahnhöfe und altes, wie neues Wagenmaterial sind noch immer nicht gleichberechtigt barrierefrei. In erster Linie ist ein aktualisierter Etappenplan dringend in den laufenden Regierungsverhandlungen zu verankern und zügig umzusetzen. Nur so können die besonders im ländlichen Raum oft ausgrenzenden Angebote und gefährlich Situationen auf Bahnsteig-Zugängen beseitigt werden.

SLIÖ fordert, diese Kampagne sofort einzustellen.

Auch der österreichische Werberat, der für Kontrolle und Unterlassung gesetzwidriger und menschenverachtender Werbung zuständig ist, wird aufgerufen, sensibler auf diese diskriminierenden Werbebotschaften zu achten, um künftig in Österreich solche „Entgleisungen“ zu vermeiden.

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2 Kommentare

  • Ziemlich misslungen diese Werbung, die sicher auch nicht wenig gekostet haben wird…

  • Danke, erst durch die Ausführungen in diesem Artikel wurde mir als blinde Leserin klar, was in dieser Kampagne dargestellt wird