Mikl-Leitner: Sozialminister Hundstorfer drängt 24-Stunden-Betreuung wieder in die Illegalität

Bis zu 1.000 Menschen werden keine Förderung mehr bekommen

Johanna Mikl-Leitner
ÖVP

Nachdem bei der letzten Konferenz der Landessozialreferenten im November 2010 die Verlängerung der Förderung für die 24-Stunden-Betreuung beschlossen und gesichert werden konnte, hat nun Minister Hundstorfer in einer Nacht und Nebel-Aktion den Förderzugang aus völlig unerklärlichen Gründen erschwert.

So hat der Minister angekündigt, dass für Antragsteller der Pflegestufen 3 und 4 künftig ein fachärztlicher Nachweis von Demenz erbracht werden muss. Wird er nicht erbracht, gibt es keine Förderung.

„Mit einem Schlag würden 1.000 Menschen die Förderung für die 24-Stunden-Betreuung wieder verlieren und würden in die Pflegeheime verdrängt werden“, ist Soziallandesrätin Mag. Johanna Mikl-Leitner über den Alleingang des Sozialministers empört.

So ist gerade die 24-Stunden-Betreuung ein großes Anliegen aller Beteiligten. Wir wissen, dass es der größte Wunsch von 85 Prozent der älteren Menschen ist, so lange wie möglich zu Hause zu bleiben. Und zum zweiten wissen wir auch, dass die 24-Stunden-Betreuung auf Dauer gesehen viel günstiger ist, als die Betreuung in einem Pflegeheim. Welchen Irrtümern der Sozialminister mit seiner jüngsten Aktion aufsitzt ist für mich daher nicht nachvollziehbar, so Mikl-Leitner.

Sollten die Pläne des Sozialministers realisiert werden, bleiben den Menschen nur zwei Möglichkeiten: Entweder greifen sie wieder zu illegalen Betreuungen oder sie werden die Aufnahme in einem Pflegeheim anstreben. Beides kann nicht unsere Absicht sein, sondern läuft allen unseren Bestrebungen entgegen.

Für mich ist diese Maßnahme völlig unverständlich, betont Mikl-Leitner. Ich erwarte von Minister Hundstorfer, dass er diese Anweisung umgehend zurücknimmt.

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich
Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich