Minoritenplatz - Kopfsteinpflaster vor der Verfugung

Minoritenplatz wird besser zugänglich

Im Herbst 2019 wird ein gut berollbarer 1,5 Meter breiter Korridor vom Ballhausplatz bis zum U-Bahn-Aufzug am Minoritenplatz und weiter bis zur Leopold-Figl-Gasse geschaffen. Dies beschloss der Finanzausschuss des 1. Wiener Gemeindebezirks am 16. Juli 2019.

Geplante barrierefreie Überquerungsmöglichkeiten des Minoritenplatz
MA 28

Am Wiener Minoritenplatz befindet sich eine Reihe von Ministerien und Palais sowie der einzige Aufzug zur U-Bahn-Station Herrengasse. Auch das Bundeskanzleramt grenzt an diesen geschichtsträchtigen mit altem Kopfsteinplaster ausgestalteten Platz in der Innenstadt.

BIZEPS bat Bezirksvorsteher Markus Figl, sich für barrierefreie Wege am Minoritenplatz einzusetzen. Aufgrund vorliegender Beschwerden hinsichtlich der nicht barrierefreien Überquerungsmöglichkeiten des Minoritenplatzes hat die zuständige Magistratsabteilung 28 auf Wunsch des Bezirksvorstehers ein Konzept erarbeitet.

Streckenführung zwischen Schauflergasse und Leopold-Figl-Gasse 

Das nun vorliegende Konzept sieht zwischen Schauflergasse und Leopold-Figl-Gasse einen gepflasterten Weg in der Breite von 1,50 Meter vor. Dieser verläuft entlang der Hausfassade sowie in weiterer Folge zum Aufzug der Wiener Linien.

„Es ist wesentlich, dass die Innere Stadt ein Bezirk für alle Generationen ist und auch dementsprechend barrierefrei gestaltet sein soll. Daher freue ich mich, dass der Antrag eine Mehrheit gefunden hat und die Umsetzung bevorsteht“, hält Bezirksvorsteher Figl gegenüber BIZEPS fest.

Barrierefreier Korridor wird geschaffen

Ähnlich argumentierte auch der Klubobmann der Grünen, Alexander Hirschenhauser, in seinem diesbezüglichen Antrag „Barrierefreiheit Minoritenplatz“ aus dem Jahr 2017: „Der einzige Aufzug von der U3-Station Herrengasse an die Oberfläche befindet sich am Minoritenplatz, wo dann der Pflasterbelag die Mobilität für Personen im Rollstuhl oder mit Rollator stark beeinträchtigt. Ein schmaler barrierefreier Korridor entlang der wichtigsten Gehrelation könnte diese Situation verbessern.“

Über den jetzigen Beschluss zeigt sich Alexander Hirschenhauser in einer ersten Reaktion erfreut und betont auf BIZEPS-Anfrage: „Erfolg hat viele Eltern. So auch jetzt, wenn nach mehreren Jahren endlich der Antrag der Grünen Innere Stadt aus dem Jahr 2017 umgesetzt und bereits im Herbst dieses Jahres ein durchgehender barrierefreier Korridor geschaffen werden wird.“

Minoritenplatz - teilweise verfugt
BIZEPS

Über das Ergebnis ist er sehr froh: “Ich musste mehrmals vehement eine sachgemäße Realisierung des Projekts einfordern, als Bezirk und Magistrat im Frühjahr 2018 nach einer nur notdürftigen Ausbesserung der Pflasterfugen die Umsetzung meines Antrags vermeldeten. Es hat sich einmal mehr gezeigt, dass nur Beharrlichkeit und langer Atem zum Ziel führen.“

BIZEPS berichtete damals ausführlich. (Siehe auch Video)

Nur die FPÖ stimmte gegen Umgestaltung

Für Verstimmung sorgte das Verhalten der FPÖ, da sie als einzige Partei gegen die Umgestaltung stimmte. „Auf der einen Seite stehen wir, die sich für Inklusion und ein lebenswertes Wien für alle einsetzen – auf der anderen Seite die FPÖ“, resümiert der SPÖ-Klubvorsitzende im 1. Bezirk, Karl Grasser, in einer Presseaussendung.

Er übersandte BIZEPS den Plan der beschlossenen Streckenführung und hielt dabei verärgert fest: „Die FPÖ zeigt wieder einmal ihr wahres Gesicht – sie hat kein Herz für die Menschen.“

Die FPÖ bestätigte tags darauf die Ablehnung dieser Maßnahme zur Schaffung von Barrierefreiheit am Minoritenplatz und sieht darin ein „Sommertheater“. Sie begründete dies wie folgt: „Die FPÖ vertritt die Ansicht, dass bei einem Austausch des Belages im 1. Bezirk Wohngebiete Vorrang haben sollten, also konkret: Judenplatz, Michaelerplatz, Schultergasse, Jordangasse, Schulhof.“

Die Begründung der Ablehnung klingt leider nicht sehr schlüssig und es bleibt zu hoffen, dass auch die FPÖ das nächste Mal bei der Schaffung von Barrierefreiheit mitstimmt oder sogar von sich aus Anträge für exakt diese Orte einbringt.

So könnte der Platz dann aussehen

Der Minoritenplatz könnte nach der Umgestaltung aussehen wie jener in Baden.

berollbarer Bereich Baden
Mobilitätsagentur/Maria Grundner

Video: Derzeitiges Kopfsteinpflaster mit dem Rollstuhl befahren

Siehe auch Artikel: HEUTE, Mobilitätsagentur Wien

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2 Kommentare

  • Bei der nächsten Schneeräumung wird es heiter, da der Schnee bevorzugt an Hausmauern abgeladen wird, also genau dort wo ein Großteil der neuen Pflasterung sind wird.