Mit Flexibilität mehr Jobs für Behinderte schaffen

Behinderte Menschen sind gegen strengen Kündigungsschutz, berichtet das "Wirtschaftsblatt"

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In vier Jahren hat die Zahl der behinderten Arbeitslosen um mehr als 30 Prozent zugenommen. Mit befristeten Dienstverhältnissen sollen Anstellungen erleichtert werden.

Manfred Srb, Sprecher des Behindertenberatungszentrums BIZEPS, will den strengen Kündigungsschutz von behinderten Menschen für jene aufweichen, die keinen Job haben.

Denn in den vergangenen Jahren ist die Zahl der Arbeitslosen, die körperlich oder geistig behindert sind, „alarmierend angestiegen“, sagt Srb. Vor vier Jahren waren 28.000 behinderte Menschen ohne Job. Heute sind es 37.473. Das ist ein Plus von mehr als 30 Prozent.

Anstatt das Gesetz zu lockern und den behinderten Menschen Arbeitsmöglichkeiten zu geben, werden sie von „Bundesbehörden systematisch aufgefordert, in Frühpension zu gehen“, kritisiert Srb. Das beginnt seines Wissens bereits bei Leuten, die um die 30 sind. Srbs Vorwurf: „Dadurch versuchen die Arbeitsämter die Statistik zu schönen.“

Vor allem der strenge Kündigungsschutz von behinderten Menschen steht der Einstellung von behinderten Personen im Weg: „Wir hören bei den Beratungen immer wieder: Ich hätte den Job bekommen, wenn ich keinen Einstellungsschein hätte.“ Dieser Einstellungsschein enthält unter anderem den Kündigungsschutz.

Michael Swoboda, Jurist des Kriegsopfer- und Behindertenverbands, sieht das anders: „Jeder Arbeitslose, egal ob behindert oder nicht, würde alles tun, um an Arbeit zu kommen – sogar gesetzlich verbriefte Vorteile über Bord werfen. Das halte ich für schlecht.“

Srb sucht nach Auswegen: Seiner Vorstellung nach könnten Arbeitgeber und der behinderte Arbeitnehmer ein Beschäftigungsverhältnis eingehen, das mit einem Jahr befristet ist. „Dann weiß jeder, daß er auf den anderen zählen kann – oder nicht.“

Was für Srb noch hinzukommt: Die Einstellungspflicht von behinderten Personen gilt nur für 15 Prozent aller Betriebe. „Die Möglichkeiten, behinderte Menschen in Klein- und Mittelbetrieben unterzubringen, werden noch nicht ausgeschöpft.“

Erbitterte Gegenwehr
Swoboda ist gegen ein Rütteln am Kündigungsschutz: „Ich glaube nicht, daß nach einer Lockerung des Kündigungsschutzes mehr Behinderte eingestellt würden. Ich glaube vielme, daß dann Behinderte ihre Arbeit leichter verlieren.“

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0 Kommentare

  • Ich finde das ganze mit kündigungsschutz nicht schlecht, aber da dieser erst nach 6 monaten eintritt, wird man mit sicherheit am letzten tag gegangen. ander haben davor so angst, dass man am anfang mit dem dienstvertrag die einvernehmlich kündigung gleich mitnimmt. und die ganz harten zahlen viel lieber bevor sie einen behinderten aufnimmt.

    allerdings muss ich sagen, dass man körper- und geistigbehindert trennen muss. aber wenn die leute behindert hören ist man immer gleich beides.
    ich habe für meinen ersten job diesen schein machen müssen. nach dem 1/2 jahr war schluss. da ich dann aufgrund dieses scheines keinen anständigen job mehr bekam, bekam ich auch keine praxis in meinem erlernten beruf, dass man auf keine bewerbung eine einladung bekommt, da die berufliche erfahrung nicht gegeben ist. fazit ist, dass man entweder bei mindestrente geht o arbeitslos wo man nicht überleben kann. ich finde, dass die firmen und unternehmen 1. zu wenig aufgeklärt werden über geschützte u.o. gestützte arbeit. 2. es geht in der wirtschaft um gewinn, günstige arbeiter und wenig risiko. wir sind günstiger als schwarzarbeiter, da alles gefördert wird und durch dieses 1/2 jahr ist das risiko und die verantwortung für die firmen gleich null. auch wenn man selbst will, ist es ohne schein auf jeden fall besser!!! seht euch um!!!

  • Ich habe selbst eine Behinderung und sehe die ganze Sache etwas anders. Am Kündigungsschutz sollte nicht gerüttelt werden. Meiner Meinung nach gehört die Ausgleichstaxe auf das Doppelte angehoben. Bei einer Ausgleichstaxe von € 209,- kaufen sich die Firmen natürlich frei. In diese Richtung sollte mal überlegt werden. Firmen und der Öffentliche Dienst sollten mal kontrolliert werden, ob sie Behinderte überhaupt korrekt einstellen, bezahlen und behandeln. Da es auch an der Kontrolle mangelt. Ich verstehe nicht, daß immer in die Richtung von Aufweichung des Kündigungsschutzes überlegt wird.

  • ich bin jetzt 41 jahre alt und seid 02/2002 auf Arbeitsuche 2003 Weiterbildung bis ende 2003. war schon drei mal beim IFD hat nichts gepracht die haben nichts gefunden ich hänge zwichen ARGE und der deutschen rentenfersicherung die ARGE sagt wir können für Sie nichts suchen wegen ihrer behinderung (Behinderung Sehbehinderung R-P und Bandscheiben OP 1999 80 % schwerbehindertenausweis) wen ich zum vorstelungs gespräch eingeladen läuft alles gut bis auf ein mal wen ich anfange zu erzähle was füre behinderung ich habe dann ist es vorbei auch wen ich die förderungen nenne nicht die hören gar nicht mehr zu. Ich will und möchte Arbeiten im Raum Trier Wittlich Konz und Schweich da ich docht mit dem zug hin komme ich will aus dem Arbeitslosengeld 2 raus denn ich habe große propleme meine familie damit zu frieden zu stellen den das ist kein leben mehr.

  • Mein Sohn Michael (20J O.Ö.) konnte wegen zurückliegender epilept. Anfälle bisher keinen Arbeitsplatz finden. Für die Suche nach Arbeitsplatz würde Vorinformation über Rechte/Pflichten/Vorgansweise zur Erlangung eines Einstellungsscheinesfür den Arbeitgeber bereits bei Einstellungsgesprächvon Vorteil sein. Wo gibt´s das.