Kinder und Jugendliche in der Psychiatrie: alarmierende Entwicklung
Die Patientenanwaltschaft von VertretungsNetz vertritt und unterstützt Patient:innen, solange sie das Krankenhaus nicht verlassen dürfen, direkt vor Ort. Die Kliniken …
Mehr Betroffene, zu wenig Ressourcen und Lücken in der Versorgungskette. Es braucht dringend mehr Mittel und einen Ausbau der Versorgung, um Engpässe zu beheben.
Der Unabhängige Monitoringausschuss ist alarmiert über die anhaltend unzureichende psychosoziale Gesundheitsversorgung von Kindern und Jugendlichen. Aktuelle Zahlen von VertretungsNetz zur Kinder- und Jugendpsychiatrie zeigen einen Anstieg stationärer Unterbringungen und betroffener Kinder seit 2019.
Zudem komme es zunehmend zu Freiheitsbeschränkungen, wie Beschränkungen auf einen Raum oder Gurtfixierungen am Bett. Auch die Volksanwaltschaft hat zuletzt auf die unzureichende psychiatrische Versorgung hingewiesen. Diese Entwicklungen stehen im Widerspruch zur UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK), insbesondere dem Recht auf Gesundheit und gleichberechtigten Zugang zur Versorgung (Artikel 25 UN-BRK).
„Die steigende Verwendung von Freiheitsbeschränkungen zeigt den desolaten Zustand der psychosozialen Versorgung von Kindern und Jugendlichen auf. Dabei fehlt es weiterhin an Ressourcen und aussagekräftigen Daten, um ein bundesweit koordiniertes adäquates Versorgungsangebot aufzubauen. Es herrscht dringender Handlungsbedarf“, sagt Vorsitzperson Katta Spiel.
Der Unabhängige Monitoringausschuss weist seit Jahren auf die unzureichende Versorgung hin. Trotz punktueller Verbesserungen bestehen weiterhin Engpässe bei Fachärzt*innen, Psychiatriebetten und kassenfinanzierten Therapieplätzen. Lange Wartezeiten auf Diagnostik und Behandlung, unzureichendeÜbergänge zwischen Kinder- und Erwachsenenpsychiatrie sowie fehlende Nachsorge verschärfen die Lage zusätzlich.
Fehlende Daten zu Bedarf und Versorgung erschweren eine gezielte Planung. Im ländlichen Raum sind Angebote seltener und schwerer erreichbar. Dazu kommt: viele Einrichtungen oder Hilfsangebote sind nicht barrierefrei, aufgrund von physischen und kommunikativen Barrieren.
2026 legt der Unabhängige Monitoringausschuss einen Fokus auf die Gesundheitsversorgung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen und veranstaltet dazu auch eine Öffentliche Sitzung am 15. Oktober 2026.
Barrierefreiheit sichtbar gemacht: Jede Woche ein Bild, das Erfolge feiert oder Hürden aufzeigt.
Vor über 20 Jahren wurde das Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz beschlossen. Es soll Menschen mit Behinderungen vor Benachteiligung schützen und für mehr Barrierefreiheit …