Nachgefragt: WC-Konzept der Wiener Linien

BIZEPS hat vor kurzem über das neue WC-Konzept der Wiener Linien berichtet.

WC-Konzept der Wiener Linien / Stand Mai 2017
Wiener Linien

BIZEPS hat vor kurzem über das neue WC-Konzept der Wiener Linien berichtet. „Wir wollen hochwertige, saubere und barrierefreie WCs“, ließen die Wiener Linien verlautbaren. Doch was wie eine Erfolgsstory anmutet, entpuppte sich bei näherer Betrachtung als große Enttäuschung.

Von ehemals 70 Standorten werden letztendlich nur noch 40 übrigbleiben.

Nachgefragt

BIZEPS hat bei Dominik Gries („Presse und Kommunikation“ der Wiener Linien) nachgefragt. Die Antworten vom 22. Mai 2017 werden hier 1:1 wiedergegeben.

BIZEPS: „Gemäß den neusten Stand“ – ist damit eine Ausstattung gemäß ÖNORM gemeint?

Wiener Linien: Ja, damit ist Ausstattung gemäß der aktuellen ÖNORM gemeint.

BIZEPS: Wie wurde entschieden, welche WC-Anlagen geschlossen werden?

Wiener Linien: Bei der Entscheidung, welche Anlagen modernisiert werden, wurden neben der aktuellen Nutzungsfrequenz auch soziale Faktoren (Vandalismus, Zweckentfremdung), der Abstand zwischen den Anlagen (max. 3 Stationen zwischen 2 Anlagen) und die Entfernung zu anderen öffentlichen Toiletten in unmittelbarer Nähe berücksichtigt.

BIZEPS: Warum werden bestehende und gut ausgestattete barrierefreie WC-Anlagen (beispielsweise Messeprater/Prater) aufgelassen?

Wiener Linien: Es ist aufgrund der einhergehenden Instandhaltungs- und Reinigungserfordernisse leider nicht möglich, Standorte teilweise weiterzuführen. In unmittelbarer Nähe bleibt jedoch das barrierefreie WC am Praterstern mit Personal bestehen sowie die WC-Anlage in der Station Stadion.

Fazit

Berücksichtigung der ÖNORM positiv. Ebenso die Eurokey-Sperre.

Doch die Schließung von 30 Standorten lässt sich nicht wegleugnen. Ein User namens Brand hat die Problematik auf dem Internet-Blog der Wiener-Linien am 19. Mai 2017 um 14:39 Uhr ganz treffend formuliert: „Wie kann jemand der aus gesundheitlichen Gründen gezwungen ist sehr häufig eine Toilette aufzusuchen dann eigentlich noch durch Wien kommen?“

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7 Kommentare

  • Ich möchte gern eine Toilettanlage mieten.
    Vorallem die nicht leicht in Schuss zu halten ist.
    Möchte daher fragen, ob ich Sie in Zukunft mieten kann.
    Würde mich dann um die Säuberung der WC’s kümmern.
    Und unter welchen Voraussetzungen.

    Ich würde mich über eine baldige Antwort freuen und hoffe, dass sich ein Miet -oder Pachtvertrag ergibt

    Meine Telefonnummer wäre
    06605152071
    maehner. ch@gmail. com

    Mit freundlichen Grüßen Mähner Monika

  • Da kann ich nur sagen, wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen öfters eine Toilette benützen müssen, so ist dies in Wien n u r bezirksweise möglich. Es ist für die angebliche Weltstadt Wien eine Schande, wie man hier mit den WC`S umgeht. Egal wer dafür zuständig ist.

  • Vorerst stellt sich die Frage, welche Behindertenorganisation die Wiener Linien in dieser WC-Angelegenheit beraten hat…
    Die Wiener Linien setzen wieder auf Kosten von Menschen mit Behinderung den Sparstift an. 30 geschlossene WCs sprechen eine eigene Sprache. Auch die Politik ist nicht schuldlos, denn die Wiener Linien müssen nun das ausbaden, was die Bezirke zuvor verabsäumt haben. Dem Pressesprecher der Wiener Linien dürften Menschen ziemlich egal sein.

    Am Beispiel von Wien-Döbling sieht man, dass es fast keine öffentlichen Toilette-Anlagen im Bezirk mehr gibt – von Behinderten-WC-Anlagen ganz zu schweigen.

    Selbstreinigende WC-Anlagen können auch technische Mängel aufweisen, wie ich selbst miterleben konnte. Auf der Donauinsel war ich Augenzeuge, als ein Reperatur-Trupp damit beschäftigt war, die automatische Reinigungsanlage im WC abzuschalten, da diese permanent das WC gereinigt hat und sich nicht mehr abgeschaltet hat. Selbstreinigende WC-Anlagen gibt es schon lange, ob sie kundenfreundlich und jedermanns und „fraus“ Sache sind, sei aber dahingestellt. Im Winter manchmal eiskalt (außer sie besitzen eine eingebaute Heizung). Es gibt beispielsweise keine Klo-Deckel…

  • Für mich als chronisch Kranke ist das doch eine heftige Bewegungseinschränkung, dass viele WC-Anlagen geschlossen werden.
    Mindestens genauso schlimm ist die oft geringe Anzahl der vorhandenen Sitzplätze – besonders in den „neueren“ U-Bahnstationen! Wartezeiten von bis zu sechs Minuten sind für mich ein Albtraum. Hoffentlich kommen die verursachenden Personen nicht selber einmal in diese Notlage. Aber wahrscheinlich sind die nie mit den Öffis unterwegs. Würden die meisten nicht, wenn sie – wie ich – nicht müssten.

  • Wo sind da die SeniorInnen-Vertretungen? Geht die diese Angelegenheit nichts an?
    Die Sitzgelegenheiten werden vielerorts schon länger wegen Vandalismus wegrationalisiert (in Linz zumindest) und jetzt auch noch die Klos.

  • Und Hauptbahnhof wird ueberhaupt aufgelassen? Das ist ein Neubau von 2012!