Natascha Toman und ihr erster Comedy-Auftritt

Mit viel Präzision, Selbstironie und Feingefühl wagte Natascha Toman ihren ersten Schritt auf die Comedy-Bühne. Im folgenden Interview geht sie näher darauf ein, wie sie sich auf den Auftritt vorbereitet hat, welche Erfahrungen sie dabei machte und was sie aus dieser Premiere mitnimmt.

Natascha Toman
Natascha Toman

Natascha Toman, Jahrgang 1992, lebt in Gablitz nahe Wien. Nach der Handelsschule absolvierte sie eine Lehre und schloss parallel dazu die Berufsreifeprüfung ab. Beruflich arbeitet sie im Customer Service bei myAbility.

Darüber hinaus engagiert sie sich seit mehreren Jahren für das Thema Unterstützte Kommunikation und ist ehrenamtlich im Fachvorstand der Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation tätig.

Kürzlich wurde ein Video ihres ersten Comedy-Auftritts veröffentlicht, den sie am 7. November 2025 im Rahmen eines Kongresses für Unterstützte Kommunikation in Leipzig hielt.

Comedy-Debüt von Natascha Toman

Das folgende BIZEPS-Interview widmet sich den Perspektiven von Natascha Toman und ihren Erfahrungen mit der Premiere ihres ersten Comedy-Auftritts.

Wer das Interview liest, sollte sich den Comedy-Auftritt von Natascha Toman unbedingt vorab ansehen. Das Video ist nicht nur inhaltlich spannend, sondern vor allem sehr lustig – und macht viele der im Gespräch angesprochenen Momente noch lebendiger.

Natascha Toman im Interview: Ihr Debüt in der Comedy

BIZEPS: Was hat dich motiviert, diesen ersten Comedy-Auftritt zu wagen?

Natascha Toman: Es war eigentlich ein Test. Ich wollte herausfinden, ob ich in einem Metier, in dem es stark um Storytelling, Timing und Präzision geht, Menschen unterhalten und zum Lachen bringen kann.

Unterstützte Kommunikation – kurz UK – ist nun, sagen wir mal, nicht unbedingt die erste Wahl, wenn es darum geht, Pointen zu setzen. Und genau das macht für mich den Reiz aus.

Außerdem wollte ich aus dem klassischen Vortrags-Korsett ausbrechen und wissen, ob man das Thema UK auch vermitteln kann, ohne es aktiv erklären zu müssen. Es sollte eher eine Nebenrolle spielen – und ich freue mich sehr, dass mir das offenbar gut gelungen ist.

BIZEPS: Möchtest du nach deinem Debüt weitere Comedy-Auftritte machen?

Natascha Toman: Ja, auf jeden Fall. Ich habe sehr viel positives Feedback bekommen und der Auftritt hat mir selbst großen Spaß gemacht. Deshalb kann ich mir gut vorstellen, das weiter auszubauen – auch auf anderen Comedy-Bühnen.

BIZEPS: Wie hast du dich inhaltlich auf dein Programm vorbereitet?

Natascha Toman: Mir passieren ziemlich skurrile Dinge – was in dem Fall sehr praktisch ist. Ich muss eigentlich nur kurz vor die Tür gehen und schon liefert mir das Leben wieder neues Material frei Haus. Seit Jahren denke ich mir: ‚Es wäre grobfahrlässig, diese ganzen Schmankerl einfach ungenutzt verstauben zu lassen.‘


Ganz konkret erzähle ich mir eine Nummer so lange im Kopf hin und her, bis sie mir selbst gefällt und ich genau weiß, wo die Pointen sitzen müssen. Dann schreibe ich sie auf und lasse sie mir von meiner synthetischen Stimme probeerzählen. Anschließend feile ich an den Betonungen, bis alles genau so klingt, wie ich es in meinem Kopf höre.

Natascha Toman beim Comedy Auftritt
Natascha Toman

BIZEPS: Die Interaktion mit dem Publikum wirkte sehr gut antizipiert. Wie hast du dich darauf vorbereitet?

Natascha Toman: Nun ja, was viele nicht wissen: Ich habe hellseherische Fähigkeiten … Nein, im Ernst – keine Ahnung.

Das war einfach verrückt. Eigentlich wollte ich mit dieser Nummer zeigen, dass UK auch klare Grenzen hat und dass es vorkommen kann, dass man auf seinem Kommunikationsgerät nicht die passende Antwort gespeichert hat.


Ich hatte acht verschiedene – eigentlich völlig nonsenshafte – Antworten vorbereitet. Diese eine passende Antwort war nur zufällig dabei. Und dann stellt mir jemand genau die eine passende Frage und sprengt damit meine ganze Nummer. Das fand ich schon sehr, sehr cool.


Die Konversation bis zu diesem Punkt habe ich so aufgebaut, dass ich ungefähr wusste, welche Antworten kommen könnten.

BIZEPS: Welche technischen Vorbereitungen und Unterstützungen hast du vor Ort eingesetzt?

Natascha Toman: Ich hatte mein gesamtes Programm als einzelne Audiodateien gespeichert – insgesamt waren es etwa 50, von denen ich an dem Abend rund 30 gebraucht habe.


Ausgewählt habe ich sie über ein selbstgebautes Button-Panel, das direkt vor mir am Rollstuhl montiert war. Insgesamt standen mir zehn Tasten zur Verfügung: Sieben zum Abspielen der Audiodateien, zwei zum Wechseln zwischen den Kapiteln und ein Stopp-Button.


Die Audiodateien waren auf meinem Kommunikationsgerät gespeichert und mein Assistent Peter war als Backup dabei. Es war alles noch recht provisorisch, hat aber sehr gut funktioniert.

BIZEPS: Stell dir vor, du könntest einen ganzen Tag lang machen, was du willst – was würdest du tun?

Natascha Toman
Natascha Toman

Natascha Toman: Ich würde mich ins Weltall schießen lassen und die Schwerelosigkeit so richtig schön auskosten.

Würde lauter Süßigkeiten und Schokolade in der Luft verteilen – zwischendurch auch so kleine Speckstückchen, falls mein Blutzucker zu sehr in die Höh‘ drescht – und mich einfach genüsslich durchfuttern.

Das wäre ein Tag ganz nach meinem Geschmack!

BIZEPS: Danke für das Interview und viel Erfolg bei den kommenden Auftritten!

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