Nationalrat: Allparteienantrag für Lehrplan zur Österreichischen Gebärdensprache

Der Bildungsminister soll demnach einen kompetenzorientierten, bedarfsgerechten und differenzierten Lehrplan zu ÖGS unter Einbindung von ExpertInnen bis zum Schuljahr 2023/2024 verordnen.

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Der Bildungsminister soll demnach einen kompetenzorientierten, bedarfsgerechten und differenzierten Lehrplan zu ÖGS unter Einbindung von ExpertInnen bis zum Schuljahr 2023/2024 verordnen. Eine SPÖ-Initiative, die einen Lehrplan ÖGS bis Juni 2021 einfordert, fand keine Mehrheit.

Mit einem Entschließungsantrag, der im Plenum einhellige Zustimmung fand, setzen sich alle fünf Fraktionen für einen kompetenzorientierten Lehrplan zur Österreichischen Gebärdensprache (ÖGS) ein. Der Bildungsminister soll demnach einen kompetenzorientierten, bedarfsgerechten und differenzierten Lehrplan zu ÖGS unter Einbindung von ExpertInnen bis zum Schuljahr 2023/2024 verordnen.

Seit die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS) 2005 als eigenständige Sprache anerkannt worden sei, gebe es Forderungen nach einem entsprechenden Lehrplan, so der gemeinsame Entschließungsantrag zu diesem Thema. 2016 habe das Bildungsministerium einen solchen Lehrplan beauftragt, der nun vorliege. Die Fraktionen sehen darin aber Mängel, etwa weil er sich ausschließlich an gehörlose SchülerInnen richte und Personen mit Hörbeeinträchtigung nicht berücksichtige, nicht nach dem Hörstatus differenziere und nicht kompetenzorientiert sei.

Mit dem einstimmigen Beschluss miterledigt wurde ein Antrag der NEOS, die unter anderem die fertiggestellten ÖGS-Lehrpläne umgesetzt wissen wollen. Eine Initiative der SPÖ, die ebenfalls einen Lehrplan ÖGS bis Juni 2021 einforderte, fand hingegen keine Mehrheit.

Katharina Kucharowits (SPÖ) begrüßte zwar, dass es zu einem gemeinsamen Antrag gekommen ist. Es brauche aber weitere Maßnahmen für eine attraktive Ausbildung für PädagogInnen und DolmetscherInnen.

Kucharowirts sprach sich dafür aus, bereits im Kindergarten mit ersten pädagogischen Maßnahmen zu beginnen. Es sei erfreulich, dass hörbehinderte Kinder künftig eine qualitativ hochwertige Ausbildung bekommen würden, unterstrich Kira Grünberg (ÖVP). Dadurch würde es für diese Menschen zu besseren Chancen am Arbeitsmarkt kommen.

Christian Ragger (FPÖ) sprach sich für ein Wegkommen von oralen Inhalten in den Lehrplänen aus, zudem brauche es eine Verkleinerung der Klassengrößen. Man setze nun den ersten von vielen weiteren Schritten zu mehr Chancengerechtigkeit in der Bildung, hielt Heike Grebien (Grüne) fest.

In Zukunft sollten auch Prüfungen oder die Matura in Gebärdensprache möglich sein. Sie werde nicht zulassen, „dass weitere zehn Jahre vergehen, bis etwas passiert“, bekräftige Fiona Fiedler (NEOS). Nur der fortwährende Einsatz des Gehörlosenbundes sei der Grund für den heutigen Beschluss, so die NEOS-Mandatarin.

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Ein Kommentar

  • Endlich befaßt sich das Parlament mit der Bildung für Menschen mit Behinderung. Bereits 2008 wurde die UN-BRK unterzeichnet und diese Pflichtübung ist seit dem überfällig.
    Nur mit der Inklusion der Menschen mit Behinderung im Regelunterricht wird zum Ende der Sonderschulen führen! Mir fehlt die Berücksichtigung von Menschen anderen Sinnesbehinderungen aber auch für Menschen mit schweren Gehbehinderungen!
    Blindenschrift und Barrierefreiheit muss auch in allen allgemeinen Bildungseinrichtungen berücksichtigt werden.