Nationalrat: Reform der Ärzteausbildung beschlossen

Weitere Themen: Betreuung behinderter Menschen, Kinderrehabilitation, alternative Heilmethoden

Parlament
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Die Ausbildung der Ärzte und Ärztinnen in Österreich wird ab Mitte nächsten Jahres auf neue Beine gestellt …

Abgeordnete Ulrike Königsberger-Ludwig (S) ging insbesondere auf den Antrag der vier Oppositionsparteien auf Änderung des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes (GuKG) ein. Diese Initiative zielt darauf ab, dass praktisch alle Personen, die in Behinderteneinrichtungen arbeiten, Tätigkeiten wie z.B. Katheter setzen machen dürfen. Ihre Fraktion lehne diesen Ansatz ab und schlage stattdessen vor, dass die Behindertenbetreuer „aufgeschult werden“.

Helene Jarmer von den Grünen erläuterte den angesprochenen Antrag auf Änderung des GuKG und gab einleitend zu bedenken, dass Behinderung nicht mit Krankheit gleichgesetzt werden dürfe. Menschen mit Behinderung haben oft mehrmals täglich Unterstützungsbedarf, um den Alltag zu bewältigen und akzeptieren die Unterstützung meist nur von vertrauten Personen, betonte sie. Die Oppositionsparteien haben nun einen neuen Entschließungsantrag ausgearbeitet, der darauf abzielt, dass BehindertenbetreuerInnen und persönliche AssistentInnen eine Zusatzqualifikation für pflegerische Tätigkeiten erwerben können. Sie hoffe, dass damit die Bedenken der Koalitionsparteien ausgeräumt werden können.

FPÖ-Mandatar Josef Riemer wiederholte seine Forderung nach einem Kostenersatz für alternative Heilmethoden, die von immer mehr Menschen in Anspruch genommen werden. Das österreichische Gesundheitspolitik sollte endlich auf eine Ganzheitsmedizin setzen, die sowohl schul- als auch komplementärmedizinische Behandlungen umfasst.

Walter Schopf (S) hielt seinem Vorredner entgegen, dass schon jetzt alternative Heilmethoden von den Sozialversicherungen bezahlt werden, wenn die Behandlung damit vom fachärztlichen Dienst als hilfreich für die Genesung angesehen wird.

ÖVP-Abgeordneter Johann Rädler trat ebenso wie im Ausschuss mit Nachdruck für eine Verbesserung des Angebots für Kinder- und Jugendrehabilitation ein; hier gebe es einen massiven Nachholbedarf. Es könne jedoch nicht sein, dass solche Institutionen nur im städtischen Bereich geschaffen werden, gab er zu bedenken.

Philip Kucher (S) ging auf die Wortmeldung von Rädler ein und vertrat die Meinung, dass bei dieser Debatte die Interessen der Kinder im Vordergrund stehen müssen und nicht jene der Kommunen.

Bei der Abstimmung wurde die Regierungsvorlage mehrheitlich angenommen; die Anträge der Grünen betreffend die Verlängerung der Lehrpraxis, betreffend fehlender Konnex der ÄrztInnenausbildung zur Gesundheitsreform sowie betreffend Regelung der Durchführung von pflegerischen Tätigkeiten in der Behindertenbetreuung fanden keine Mehrheit.

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