32. Woche 2026 – Barrierefreier Altglascontainer in Linz
Unsere Leserin Klaudia Karoliny schickte uns diesen rollstuhlgerechten Altglascontainer aus Linz. Sie schrieb: Nachdem die Glascontainer in unserer Straße auf …
Nicht jedes Kind erreicht Schutzangebote auf dieselbe Weise. ECPAT Österreich zeigt in einer neuen Handreichung, wie Informationen, Beteiligung und Beschwerdewege zugänglicher werden können.
Die österreichische Kinderschutzorganisation ECPAT ist Teil eines internationalen Netzwerks gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern.
Im Juni 2026 stellte ECPAT die Handreichung vor. Sie gibt konkrete Anregungen für diskriminierungssensible, inklusive und barrierefreie Kinderschutzkonzepte.
Ein Schutzkonzept wird nicht allein dadurch inklusiv, dass es sich formal an alle Kinder und Jugendlichen richtet. Entscheidend ist, ob Präventionsangebote, Informationen und Beschwerdewege von allen verstanden, erreicht und genutzt werden können.
Waltraud Gugerbauer, Geschäftsführerin von ECPAT Österreich, beschreibt den Anlass der Veröffentlichung so:
Um dieses Ziel zu erreichen, ist es nötig, vielfältige kindliche Lebensrealitäten bewusst in den Blick zu nehmen.
Die Entwicklung eines Kinderschutzkonzepts könne für Organisationen zugleich eine Chance sein, konkrete Schritte in Richtung Inklusion zu setzen.
Besonderer Handlungsbedarf besteht bei Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen. Die Handreichung verweist auf Untersuchungen, denen zufolge Jugendliche an Sonderschulen häufiger sexualisierte Gewalt erleben als Gleichaltrige in Regelschulen. Mädchen mit Behinderungen sind demnach besonders stark betroffen.
Zugleich können Barrieren verhindern, dass Anzeichen von Gewalt erkannt oder Hilfsangebote genutzt werden. Verhaltensänderungen werden mitunter vorschnell einer Behinderung zugeschrieben. Manche Kinder können Beschwerden nicht verbal äußern oder benötigen Unterstützung, um von Grenzverletzungen zu berichten.
Integration Tirol hat im Newsletter Gewaltprävention II/2026 auf die Publikation aufmerksam gemacht. Dort heißt es: „Kinderschutz gilt selbstverständlich für alle jungen Menschen.“ Zugleich wird darauf hingewiesen, dass Schüler:innen mit Behinderungen noch immer nicht selbstverständlich sexuelle Aufklärung erhalten und sexualpädagogischer Unterricht nicht immer barrierefrei und inklusiv gestaltet wird.
Die Handreichung verbindet die Problemanalyse mit konkreten Empfehlungen für die Praxis. Es wird dazu geraten, Kinder und Jugendliche mit Behinderungen von Beginn an zu beteiligen und kein Kind wegen eines bestimmten Merkmals auszuschließen.
Je nach individuellem Bedarf können einfache Sprache, Bilder und Piktogramme, Gebärdensprache, technische Hilfsmittel oder Unterstützte Kommunikation eingesetzt werden. Auch Räume, Materialien und Abläufe sollen barrierearm gestaltet sein.
Ein weiterer Schwerpunkt sind zugängliche Beschwerdemöglichkeiten. Die Publikation nennt verschiedene Möglichkeiten: Kinder und Jugendliche sollen Beschwerden schriftlich, mündlich, per Sprachnachricht sowie mithilfe von Zeichnungen, Bildern oder Piktogrammen einbringen können. Benötigte Unterstützung muss vorhanden sein und aktiv angeboten werden.

Darüber hinaus erläutert die Handreichung, wie Mitarbeiter:innen auf diskriminierende Äußerungen und Situationen reagieren können.
Sie enthält Beispiele für inklusive Präventionsangebote und verweist auf frei zugängliche Materialien, die in der pädagogischen Praxis verwendet werden können.
Die Empfehlungen richten sich an Mitarbeiter:innen, Trainer:innen und Verantwortliche in allen Einrichtungen und Organisationen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten – etwa in Kindergärten, Schulen, Vereinen und andere Betreuungseinrichtungen.
Die 27-seitige Handreichung „Kinderschutzkonzepte – diskriminierungssensibel und inklusiv“ wurde von der Sozialwissenschafterin Petra Flieger unter Mitarbeit von Claudia Rauch verfasst und von ECPAT Österreich herausgegeben.
Barrierefreiheit sichtbar gemacht: Jede Woche ein Bild, das Erfolge feiert oder Hürden aufzeigt.
Unsere Leserin Klaudia Karoliny schickte uns diesen rollstuhlgerechten Altglascontainer aus Linz. Sie schrieb: Nachdem die Glascontainer in unserer Straße auf …