Neue U-Bahn-Züge für Wien: erster X-Wagen nimmt Form an

Seit Jahresbeginn läuft die X-Wagen-Produktion im Siemens Werk Simmering

Wagenkasten der neuen U-Bahn: der X-Wagen wird auf der Linie U5 vollautomatisch unterwegs sein
Wiener Linien / Johannes Zinner

Die Produktion des X-Wagen, der neuen vollautomatischen U-Bahn-Züge für Wien, schreitet voran. Öffi-Stadträtin Ulli Sima präsentierte am 22. August 2019 gemeinsam mit den Wiener Linien und Siemens den Fertigungsfortschritt im Siemens Werk Simmering. Zu sehen gab es den ersten „lackierten Wagenkasten“ der neuen U-Bahn-Züge, bereit für den Innenausbau.

Die Auslieferung des ersten fertiggestellten Zugs erfolgt mit der zweiten Jahreshälfte 2020. Mit der Betriebsbewilligung für den regulären Fahrgastbetrieb ist mit voraussichtlich 2022 zu rechnen.

X-Wagen ab voraussichtlich 2022 im Fahrgastbetrieb – die Zukunft ist vollautomatisch

Mit dem Bau der neuen U5 wird der X-Wagen Wiens erste vollautomatische U-Bahn-Linie bedienen. Der Zug wurde maßgeschneidert für das Wiener U-Bahn-Netz entwickelt, kann modular mit oder ohne Fahrerkabine ausgestattet und sowohl manuell, halbautomatisch oder vollautomatisch betrieben werden.

Außenansicht der X-Wagen U-Bahn Wien
Siemens AG Österreich

In der Testphase wird der X-Wagen vereinzelt bereits 2021 im U-Bahn-Netz unterwegs sein, wenn auch noch ohne Fahrgäste. Mit Erteilung der Betriebsbewilligung könnte der X-Wagen bereits ab 2022, mit U-Bahn-Fahrer, Fahrgäste auf den Linien U1 bis U4 befördern.

Albrecht Neumann, Leiter Bereich Schienenfahrzeuge bei Siemens Mobility: „Mit dem X-Wagen schreiben wir die erfolgreiche Geschichte der U-Bahnen aus Wien für Wien weiter fort. Mit modernsten Sicherheitsstandards und einem innovativen Fahrgastinformationssystem werden die neuen Züge auf Jahre hinaus Maßstäbe bei Komfort und Nachhaltigkeit setzen.“

Weltweit innovative Fahrgastinformation Plus

Beim X-Wagen kommt weltweit erstmals das innovative Fahrgastinformationssystem Plus zum Einsatz. Digitale Informationsdisplays oberhalb jeder Tür bieten den Passagieren bereits vor Ankunft in der Station eine positionsabhängige Wegeleitung der nächsten Station, inklusive aktueller Anschlussverbindungen.

Fahrgäste wissen damit bereits vor der Station, in welche Richtung sie nach ihrer Ankunft weitergehen müssen. Das sorgt für eine Optimierung des Fahrgastflusses und mehr Reisekomfort für die Fahrgäste.

Mehr Komfort, Sicherheit und höchste Barrierefreiheit für die Fahrgäste

Heute noch im „Rohzustand“, als lackierter Wagenkasten mit Frontmaske, nimmt der erste X-Wagen schon sichtbar seine Form an. Zukünftig bietet der X-Wagen einen offen gestalteten Innenraum mit großzügigen Einstiegsbereichen. Die Fahrgäste können dadurch bequemer schneller ein- und aussteigen.

Innenansicht der X-Wagen U-Bahn Wien
Siemens AG Österreich

Die Sitze bestehen aus hochwertigem Schichtholz, die Anordnung erfolgt in einer Kombination aus den gewohnten Quersitzen mit zusätzlichen Längssitzen an der Außenwand der Züge sowie Klappsitzen. Fahrgäste mit Kinderwägen und Gepäck finden angenehm viel Platz.

Bei allen U-Bahn-Türen befinden sich Klapprampen, zusätzliche Rollstuhlplätze in der Mitte des Zuges bieten höchste Barrierefreiheit.

Die Öffi-Zukunft ist automatisch

Wo heute noch die U2 fährt, wird künftig die türkise U5 fahren: Wiens erste vollautomatische U-Bahn-Linie. Dafür müssen die bestehenden Stationen Karlsplatz bis Rathaus umgerüstet und mit Bahnsteigtüren ausgestattet werden, die U5-Station Frankhplatz wird neu gebaut.

Der vollautomatische Betrieb, der in Städten wie Paris und Barcelona bereits bestens erprobt ist, macht die U-Bahn noch sicherer und zuverlässiger. Die Bahnsteigtüren öffnen sich erst, sobald der Zug in der Station steht.

Der X-Wagen auf einen Blick

Beauftragung Siemens: Herbst 2017 durch Wiener Linien
Bestellte Fahrzeuge: 34 Züge (Option auf 11 weitere Züge)
Weiters im Vertrag: Instandhaltung der Fahrzeuge durch Siemens
Beginn der Lieferung: zweite Jahreshälfte 2020
Betriebsbewilligung: Voraussichtlich 2022
Lieferung abgeschlossen: 2030
Länge, Breite und Bauweise: 111 Meter; 2,85 Meter, sechsteilig, Leichtbauweise
Kapazität: 928 Fahrgäste
Rollstuhlplätze: 6 Plätze, davon 2 Zugmitte (bisher 4 an Zugenden)

Innenansicht der X-Wagen U-Bahn Wien
Siemens AG Österreich
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7 Kommentare

  • Nun werden mit hohem technischen Aufwand die Waggons umgestalten und dann findet man den Hinweis: „Bei allen U-Bahn-Türen befinden sich Klapprampen ….. bieten höchste Barrierefreiheit“.
    Unter der Prämisse, dass Rollstuhl-, Rollator-Nutzer/innen etc. entsprechend der UN-Behindertenrechtskonvention „eigenständig und ohne fremde Hilfe“ ein- und aussteigen sollen, sind Klapprampen fehl am Platz. Entweder müssen die Abteil-Boden-Höhen tiefer gesetzt oder die Einstiegsborde der Stationen angepasst werden.

    • Es handelt sich um die Überbrückung des kleines Spaltes zwischen Fahrzeug und Bahnsteig. Das geht vollautomatisch. Im Prinzip wie bei den bisherigen Waggons neuerer Bauart in Wien auch. Nur eben nicht nur an den Enden, sondern bei allen Türen.

      Ähnlich wie hier: https://www.youtube.com/watch?v=dBvnIu-v5zE

  • Wie ist das „Bei allen U-Bahn-Türen befinden sich Klapprampen, …“ zu verstehen!?
    Vollautomatische Züge mit Klapprampen?
    Naja, wer klappt diese Rampen auf und zu, und wo ist da die Vollautomatik hin? 🙂

    • Das geht vollautomatisch. Im Prinzip wie bei den bisherigen Waggons neuerer Bauart in Wien. Nur eben nicht nur an den Enden sondern bei allen Türen.

    • Ich merke es schon…
      Der Techniker in mir hat das Wort „Klapprampe“ zu eng genommen.

      Ich bin sehr gespannt wie das Endergebnis aussieht!

  • „Digitale Informationsdisplays oberhalb jeder Tür bieten den Passagieren bereits vor Ankunft in der Station eine positionsabhängige Wegeleitung der nächsten Station, inklusive aktueller Anschlussverbindungen.“

    Hier muss man sagen, für blinde Menschen sind diese Informationen nicht zugänglich und für sehbehinderte Menschen werden sie zu klein sein. Wir haben damals vorgeschlagen, dass es in jedem Bereich auch einen Monitor auf Augenhöhe gibt, der diese Informationen anzeigt. Wir werden sehen, ob die Wiener Linien hier eine barrierefreie Lösung anbieten werden.

  • Die Menschen sind nicht reif für sowas. Sie brauchen einen Fahrer der hin und wieder schimpft damit sich die Menschen nicht wie egoistische dumme Kinder benehmen! Außerdem kostet das wieder nur Arbeitsplätze, die wir viel dringender brauchen als eine selbst fahrende U-Bahn!