NS-Euthanasie in Salzburg: Opfer, TäterInnen und Widerstand

Die Ausstellung „NS-‚Euthanasie‘ - Die Würde des Menschen ist antastbar?“ widmet sich der Geschichte der Euthanasie-Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes zwischen 1938 und 1945 in Salzburg.

Mit der Ausstellung wird an die Euthanasie-Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes zwischen 1938 und 1945 in Salzburg erinnert
Salzburg Museum / Eram Khan

Die Ausstellung wurde von Studierenden der Pädagogischen Hochschule Salzburg Stefan Zweig und der Universität Salzburg sowie Schülerinnen der HLW Salzburg-Annahof gemeinsam mit dem Salzburg Museum gestaltet.

Die Ausstellung ist in der Theologischen Fakultät der Universität Salzburg (Universitätsplatz 1) bei freiem Eintritt bis zum 30. Juni 2026 jeweils Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr zu sehen.

Nach dem „Anschluss“ an das deutsche NS-Reich wurden in Österreich Gesetze eingeführt, die Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen die Eheschließung verboten und Zwangssterilisationen ermöglichten.

Die Maßnahmen führten schließlich zur systematischen Tötung von psychisch kranken und behinderten Menschen sowie sogenannter „Asozialen“. Insgesamt fielen über 500 Menschen aus Stadt und Land Salzburg den Euthanasie-Morden zum Opfer.

Nur wenige haben gegen diese Morde zu protestiert

Eine solche Ausnahme war Schwester Anna Bertha Königsegg. Sie setzte sich dafür ein, dass die Barmherzigen Schwestern des Landeskrankenhauses sich an den Verfahren zur Zwangssterilisation nicht beteiligten. Zudem widersetzten sich auf ihre Initiative hin die Schwestern dem Transport ihrer PatientInnen ins Schloss Hartheim in Oberösterreich, wo sie ermordet werden sollten. Nach zweifacher Verhaftung wurde Königsegg 1941 gezwungen Österreich zu verlassen. Erst nach Kriegsende durfte sie wieder zurückkehren.

Die Aufarbeitung der NS-Euthanasie war nach 1945 lange Zeit kein Thema. Nur wenige TäterInnen kamen vor Gericht und wurden verurteilt. Die Opfer wurden oft vergessen. Erst in den 1990er-Jahren rückte dieses Kapitel der Geschichte wieder in das öffentliche Bewusstsein.

Diese Ausstellung legt den Fokus auf die Täter und Täterinnen und auf diejenigen, die Widerstand geleistet haben. Besonders soll in dieser Ausstellung aber an die Salzburger Opfer erinnert werden.

Inklusives Ausstellungsprojekt

„Allen KooperationspartnerInnen der Ausstellung war Inklusion ein zentrales Anliegen und ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit. Mit der Ausstellung möchten wir zeigen, wie Ausstellungen durch passende Angebote und barrierefreie Zugänge für Menschen mit Beeinträchtigungen geöffnet und erlebbar gemacht werden können.

Dazu wurden auch eine Broschüre und ein Audio-Guide in Einfacher Sprache entwickelt. Die Ausstellung versteht sich als Beitrag zu mehr Teilhabe, Sichtbarkeit und einem inklusiven kulturellen Verständnis,“ erklärte Nadja Al Masri-Gutternig, Beauftragte für Inklusion und Barrierefreiheit im Salzburg Museum, anlässlich der Ausstellungseröffnung.

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