Opfer der NS-Zeit

NS-Opfer Zawrel lehnt Wiener Verdienstzeichen ab

Kritik an fehlender Dokumentation bei der Gedenkstätte.

Der überlebende Friedrich Zawrel der NS-Euthanasieanstalt „Am Spiegelgrund“ will das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien nicht annehmen, weil das Leid der Kinder noch immer nicht ordentlich dokumentiert wurde. „Nirgendwo steht, was in dieser Anstalt wirklich geschehen ist“, kritisiert er die fehlende Dokumentation bei der Gedenkstätte im heutigen Otto-Wagner-Spital.

In einem Kurier-Gespräch meint er: „Für die Opfer hat man keine geeignete Gedenkstätte, in der ihr Leid dokumentiert wird.“ Zawrel wird daher die ihm zugedachte Auszeichnung am 5. Juli 2006 nicht annehmen. Im Rahmen seiner Vorträge vor Schulklassen erhielt er eine Reihe von Schreiben, in denen ihm für seinen Einsatz gedankt wurde. „Diese Schreiben sind meine wirkliche Auszeichnung“, hält er fest

„Wenn ich heute in die so genannte Gedenkstätte hineingehe, überfällt mich Traurigkeit“, erzählt er und fordert endlich eine adäquate Gedenkstätte.

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0 Kommentare

  • Nach sechzig Jahren liegt der Schleier des Vergessens über dieses grauenhafte Verbrechen.Heute werden Dealer und Verbrecher mit einem Denkmal geehrt.

  • Ich schliesse mich des Comments von Alexandra inhaltich, wie emotionell an: Denken die Verleiher diese Ordens, daß ein Orden das Geschehene wieder gut machen kann? Wiedergutmachung bedeutet wohl a. Aufarbeitung, b. Dokumentation, c. Bewahrung in Museen. Ich hab mich auch sehr alteriert ueber diese Gelddiskussionen bezueglich des Simon Wiesenthal Zentrums in Wien. Die Ignoranz der Verantwortlichen empfinde ich als skandaloes! (Quelle: Shoa.de Newsletter, Referenz: http://derstandard.at/?url=/?id=2470836 ).

  • Absolut verständlich. Solche Zeichen dienen ja meist als Trostpflaster, damit alles wieder ihren geregelten Gang geht. Man sollte eher die Energien in der Offenlegung und der genauen Dokumentation reinstecken, als eben in irgendeine Plakette, die dann im Schrank verstaubt.