ÖAR fordert Aufnahme von Frauen mit Behinderungen in Frauenförderungspläne

Der aktuelle Frauenförderungsplan des Bundesministers für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, sieht Maßnahmen für Frauen mit Behinderungen mit keinem Wort vor.

Eringard Kaufmann
ÖAR/Bauer

Obwohl dies Anlass zur Empörung gibt, handelt es sich dabei keineswegs um ein neues Phänomen. Auch der „Leitfaden für Frauenförderpläne“, herausgegeben vom Bundesministerium für Frauen und Öffentlicher Dienst, sieht mit keinem Wort Frauen mit Behinderungen vor.

Dazu Mag.a Eringard Kaufmann, Generalsekretärin der ÖAR: „Frauen mit Behinderungen stellen eine besonders marginalisierte Gruppe dar, die aufgrund des Geschlechtes „Frau“ und ihrer Behinderung mehrfacher Diskriminierung unterliegen. Sie sind nachweislich massiv im Bildungsbereich benachteiligt und am Arbeitsmarkt deutlich unterrepräsentiert. Darüber hinaus erfahren Frauen und Mädchen mit Behinderungen Gewalt und Armut in weit höherem Ausmaß als Männer mit Behinderungen und nichtbehinderte Personen!“

Die ÖAR fordert, endlich anzuerkennen, dass „Behinderung“ keinesfalls ein Thema ist, das nur dem Sozialministerium zuzuordnen ist. „Behinderung“ zieht sich durch alle Bereiche und erfordert eindeutig ein Mainstreaming; es muss als Leitlinie für alle Ministerien und öffentliche Stellen dienen. Hier ist Bewusstseinsbildung gefordert!

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0 Kommentare

  • @petra Flieger: sehe ich ähnlich u gleichzeitig auch verbindung zu klaudia karolinys Statement: insofern, dass ich die behindertenbewegung insgesamt u hier vorallem die Funktionäre, die Sprecher – zum Großteil Männer… Ich erwarte von unseren Behinderten Kollegen mehr gender-Bewusstsein in der Praxis. Da haben wir noch viel Potenzial

  • @ Klaudia Karoliny:

    Liebe KLaudia, so ungern ich dir widerspreche, aber diesmal muss ich einfach: Ich finde es wirklich problematisch, den Frauen selbst die Ursache für die mangelnde Einbeziehung / Berücksichtigung in die Schuhe zu schieben. Die strukturellen und systematischen Benachteiligungen von Frauen mit Behinderungen sind massiv! Die Frauen werden ganz stark dazu gemacht, sich nichts zuzutrauen und nicht für sich selbst zu sprechen oder gar Ansprüche zu stellen. Von Beginn an. Deshalb ist es ja so wichtig, dass sie explizit genannt, berücksichtigt und unterstützt werden.

    lg

    Petra.

  • Wollen wir hoffen, dass auch die Ministerien einmal daran denken. Es hängt sicher ein Stück weit aber auch damit zusammen, dass Frauen mit Behinderung nirgendwo mitgedacht werden, weil wir uns zuwenig einbringen. Dieser Zug ist – scheint mir – weitgehend an Österreich vorbei gezogen. Oft blicke ich etwas neidisch diesbezüglich nach Deutschland, wo es eine etablierte Frauenbewegung mit ausgebauten Strukturen, insbesondere für Mädchen und Frauen mit Behinderung gibt.