Nahverkehrszug Talent

ÖBB: 400 Mio. Euro für den Nahverkehr

Die ÖBB wollen bis 2009 für 400 Millionen Euro Schnellbahngarnituren vom Typ Talent, Doppelstockwagons und Dieseltriebwagen kaufen. Wie barrierefrei diese Fahrzeuge werden, könne man noch nicht sagen, wird mitgeteilt.

Durch ein Interview im Nachrichtenmagazin News wurde bekannt, dass die ÖBB 20 Prozent der Sitzplatzkapazitäten der Nah- und Fernverkehrszüge bis 2009 durch Neuankäufe erneuern will. Die Kosten für diese Großinvestition werden mit 400 Millionen Euro beziffert, die der Aufsichtsrat zum größten Teil bereits im Juni 2005 genehmigt hat.

Gekauft werden Schnellbahngarnituren vom Typ Talent, Doppelstockwagons und Dieseltriebwagen vom Typ Desiro. Es wurde angekündigt, dass Handytelefonieren und der Zugang zum Internet im Wagon ohne Unterbrechung funktionieren sollen.

Auf BIZEPS-INFO Anfrage, wie barrierefrei die Fahrzeuge sein werden und ob auch Hebelifte eingebaut werden, konnte oder wollte man keine verbindliche Antwort geben.

„Wir sind noch in Verhandlung“

„Wir wissen derzeit nicht wie viele Züge mit einem Hebelift ausgestattet werden. Wir sind noch in Verhandlung“, teilt Katharina Gürtler vom ÖBB-Personenverkehr – Pressestelle auf BIZEPS-INFO Anfrage mit.

Die Auskunft ist insoweit überraschend, als die Angebotsfrist für Produzenten von Fahrzeugen für die neuen Züge am 15. September 2005 endet, berichtet der Standard.

Es erscheint etwas mysteriös, dass die ÖBB über die geplante Ausstattung der Fahrzeuge nicht Auskunft zu geben vermögen, wo sie doch sicherlich in der Ausschreibung detailliert aufgelistet sein muss.

Die Vergabe an Produzenten soll bis 20. Dezember 2005 erfolgen – so der Standard weiter – und wäre damit knapp zwei Wochen vor dem Inkrafttreten des Behindertengleichstellungsgesetzes erfolgt. Die Lieferung der ersten Garnituren würde aber erst in zwei Jahren beginnen.

Schnell noch Ankäufe?

„Ich hielte es für schäbig, wenn die ÖBB jetzt schnell noch Fahrzeuge ankaufen im Wissen, dass in Bälde das Behindertengleichstellungsgesetz in Kraft tritt“, zeigt sich Eduard Riha, Generalsekretär der ÖAR, erstaunt.

„Neuankäufe müssen im Nahverkehr wohl völlig barrierefrei sein“, fordert Riha und verweist auf den Umstand, dass die ÖBB laut Behindertengleichstellungsgesetz mit der ÖAR bis 31. Dezember 2006 einen „Etappenplan Verkehr“ abzuschließen haben. Allfällige Verstöße sind in Folge des Gesetzes – sowohl von Einzelpersonen als auch Organisationen – einklagbar.

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