ÖBB: Beginn einer neuen Ära?

ÖBB präsentierte mehrere geplante Verbesserungen.

ÖBB Doppelstockwaggon
BIZEPS

Im Rahmen einer Präsentation – zu der auch BIZEPS eingeladen war – wurden am 3. März 2005 in Wien von den ÖBB der Prototyp eines mobilen Hebelifts, zwei Raummodelle betreffend ein WC im Doppelstockwagen und ein Abteil samt WC im Mehrzweckwagen sowie Verbesserungen für sehbehinderte Menschen im „Talent“ vorgestellt.

Der vorgestellte Hebelift soll im Zug mitgeführt und bei Bedarf entladen und zur Einstiegsstelle gebracht werden, wo er dann von zwei Personen bedient werden muss. Dies ist sogleich auch der vielleicht größte Nachteil dieser neuen Einstiegshilfe sowie die Tatsache, dass der Zeitaufwand für die Bedienung beträchtlich über dem liegt, der für das momentan verwendete Gerät erforderlich ist.

Das für den Doppelstockwagen vorgesehene neue WC kann für diesen Fahrzeugtyp durchaus als eine optimale Lösung angesehen werden. Das vorgestellte Abteil im Mehrzweckwagen ist als geräumig zu bezeichnen. Auch das bei der Nutzung als Schlafwagen vorgesehene Bett dürfte den Anforderungen von behinderten Menschen entsprechen. Vor allem entsprechen die Dimensionen für den vorgesehenen WC-Raum auch den Anforderungen für eine Nutzung mit einer Persönlichen Assistenz.

Die Art und der Umfang dieser Präsentation erweckte bei einigen Betroffenen den Eindruck, dass der Bereich Personenverkehr der ÖBB nunmehr endlich gewillt ist, barrierefreie Lösungen für behinderte Menschen in Zusammenarbeit mit diesen entwickeln und umzusetzen zu wollen.

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0 Kommentare

  • Schön, dass es auf diesem Sektor auch erfreuliche Meldungen gibt. Freu mich schon aufs Ausprobieren!

  • Die Argumentation die gegen die Barrierfreiheit existiert, ist nur darauf zurückzuführen wenn man 1. nicht genau überlegt und 2. die Hintergründe nicht genau kennt. Nichtbetroffene sind auch immer wieder (wenn auch nur minimal) „behindertete“, z.B. beim ÖBB Wiesel-Doppelstockwagen ist der Einsteigsraum gerade einmal 195cm hoch, da schlägt man sich manchmal leicht mit dem Kopf an die Decke.
    Ich schliesse mich an der Meinung, daß beim Planung und Neuerstellung kaum Kosten für Barrierfreiheit anfallen. Zudem ist Barrierfreiheit auch eine angenehme Nebeneffekt für Nichtbehinderten!

  • Lieber Herr Knop! Wenn von anfang alles barrierefrei geplant und gebaut wäre, gibt es nämlich fast keine Mehrkosten. Und Länder die wesentlich weniger Geld (wie Australien und Neuseeland) zur Verfügung haben, sind um einiges barrierefreier als Österreich! Oder soll ich ihnen mal einen Schlägertrupp schicken, damit sie für 2 Monate zwei Gipshaxen und zwei blaue Veilchen inkl. Halskrause und Trinitus haben, damit sie überhaupt merken, was da in Österreich für unnsinngige Barrieren gibt. (Das ist jetzt keine Drohung!)

    Weiters kann Intergration gar nicht zu teuer sein, denn eine intergrationsunwillige Gesellschaft hat den Kampf schon verloren, den die Menschen werden immer älter und somit länger arbeiten müssen, auch wenn sie altersbedigte Behinderungen (Schwerhörigkeit/Taub, Sehschwäche, Gehbehinerung) haben. Weiters kann ich sagen, dass man schon mit einem normalen ordinären Kinderwagen schon jede Menge Hürden hast. Schieb doch mal einen Kinderwagen von Wien-Hietzing nach Wien-Schwechat!

  • Sehr geehrter Herr Knop! Haben Ihrer Meinung nach Menschen mit Behinderungen nicht das Recht öffentliche Verkehrsmittel wie die Bahn usw. zu nutzten? Haben Sie noch nicht an die Möglichkeit gedacht, dass auch Sie durch Unfall, Krankheit etc. plötzlich ein Rollstuhlfahrer sein könnten? In diesem Fall wäre es Ihnen wohl auch am Liebsten wenn Sie ständig in Ihrer Mobilität eingeschränkt werden?

    Wenn sich ein Land wie Österreich unnötige Eurofighter oder Finanzminster-Homepages leisten „kann“, dann sind wohl Ausgaben die der Integration dienen mehr als gerechtfertigt!

  • Es ist traurig das für sehr wenig Rohlstuhlfahrer so ein Aufwand betrieben wird. Denn wer zahlt das alles? Die restlichen Kunden! Das ist der falsche Weg!!