ÖBB Bahnhof

ÖBB: Bilanz 2005 und Ausblick 2006

Die ÖBB versuchen durch partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Behindertenorganisationen die Umsetzung der Barrierefreiheit im Bahnnetz voranzutreiben.

Das Jahr 2005 war ein Jahr der Reformen und Umstellungen bei den ÖBB.In einem Schreiben an BIZEPS fasst die ÖBB-Infrastruktur Betrieb AG die wesentlichen Erfolge zusammen:

Das Blindenleitsystem ist mittlerweile auf über 83 km in 85 Bahnhöfen angewachsen. Für diese Leistung gab es einen Lafarge Award der besonders nachhaltige Projekte auszeichnet.

Gemeinsam mit Behindertenorganisationen wurde ein Pflichtenheft für Aufzüge erarbeitet. 78 neue Aufzüge wurden bereits nach diesen Vorgaben gebaut. Der ÖBB-Infrastruktur erläutert im Bericht weiter: „Der Weg der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit den Selbsthilfeorganisationen wird auch weiterhin Erfolge für alle Beteiligten bringen.“

Die ÖBB ließen auch prüfen ob die Möglichkeit besteht, induktive Höranlagen an Bahnsteigen zu installieren. Gemeinsam mit ÖSB, VOX und der Firma ACS Akustik wurden Messungen durchgeführt. Leider fiel das Ergebnis negativ aus, aus technischen Gründen ist die Ausrüstung der Bahnsteige mit induktiven Höranlagen aus heutiger Sicht nicht möglich.

Die neuen Info-Points der ÖBB werden mit induktiven Höranlagen ausgerüstet.

Gemeinsam mit der Industrie versuchen die ÖBB Lösungen zu finden, um schienengleiche Bahnsteigübergänge zu ermöglichen. Die Spurrillen bei den Schienen sollen soweit als möglich geschlossen werden, mit dem Ziel, die Einschränkungen von Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrern wie auch des Bahnverkehrs möglichst gering zu halten. Erste erfolgreiche Versuche wurden beim Bahnhof Bad Aussee unternommen.

Im Jahr 2006 soll der Notruf für gehörlose Menschen flächendeckend ausgebaut werden – europaweit wahrscheinlich das erste System dieser Art. Die ÖBB-Infrastruktur Betriebs AG setzt erforderliche Maßnahmen und unterstützt die Verbände bei der Erstellung des Info – Materials.

Die ÖBB verfügen auf einigen zentralen Bahnhöfen über Schulungsräume, die barrierefrei zugänglich sind und auch ein barrierefreies WC in näherer Umgebung haben. Zu Terminen, an denen keine Schulungen der ÖBB stattfinden, werden diese Räume kostenlos Behindertenverbänden zur Verfügung gestellt. Die Administration erfolgt gemeinsam mit der ÖAR.

Unter anderem soll auch der SMS – Service für gehörlose Menschen weiter ausgebaut werden. Der gemeinsam mit BIZEPS, ÖGLB, WITAF und ÖBB – Infrastruktur AG entwickelte Dienst ermöglicht das Abfragen von Zugverspätungen und die Kontrolle, ob ein rollstuhltauglicher Wagen eingereiht ist.

2004 wurde der Service bereits mit dem 1. Preis des „Report Mobile Application Award 2004“ ausgezeichnet, nun soll er einer größeren Personengruppe geöffnet werden.

Die ÖBB-Infrastruktur Betriebs AG führt auch gemeinsame Tests mit sehbehinderten Menschen durch um eine bessere Monitordarstellung für diese Personengruppe zu erreichen. Es wird unter anderem an einer Infrastruktur-Datenbank gearbeitet, die eine genaue Darstellung des Standes der Barrierefreiheit für Reisende bieten soll.

„Bei der Verwirklichung dieser gemeinsamen Ziele haben die Vertreter der Verbände – ebenso wie wir – immer auch auf die Wirtschaftlichkeit geachtet. So profitieren wir alle, die ÖBB und die Verbände, von einer optimalen Nutzung der vorhandenen Mittel“, ist dem Bericht abschließend zu entnehmen.

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0 Kommentare

  • Ein Lob der ÖBB – Infrastruktur. Wenn jetzt das rollende Material auch noch so gut wird, dann können wir fast jubeln jauchzen und frohlocken.