ÖGB-Katzian: Barrieren für Menschen mit Behinderung abbauen – am Arbeitsmarkt und in den Köpfen

Chancen Nutzen Büro im ÖGB unterstützt bei Arbeitsuche und Wiedereinstieg

Andreas Onea, Hansjörg Hofer, Daniel Schönherr, Herbert Pichler
BIZEPS

Obwohl auf dem Weg zur Inklusion von Menschen mit Behinderung schon viel passiert ist, haben sie es am Arbeitsmarkt nach wie vor besonders schwer.

„Die Arbeitsmarktstatistik zeigt, dass sie nur im geringen Ausmaß von der guten wirtschaftlichen Situation profitieren und nur schwer einen Arbeitsplatz am regulären Arbeitsmarkt finden“, sagte ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian heute bei der Eröffnung einer Fachtagung im ÖGB.

„Aktive Arbeitsmarktpolitik und gezielte Förderung, besonders auch Weiterqualifizierung, sind hier unerlässlich. Wir wollen ein gutes Leben für alle. Das bedeutet auch, gezielt dort zu unterstützen, wo Menschen Hilfe brauchen.“

Nicht nur eine aktuelle Umfrage der Arbeiterkammer beweist, dass sich ein Drittel der Menschen mit Behinderung in den letzten drei Jahren im Bereich Arbeit benachteiligt oder sogar ausgeschlossen fühlte.

Daniel Schönherr, Sozialforscher bei SORA
BIZEPS

Auch die generellen Chancen, einen Arbeitsplatz zu finden, sind für Menschen mit Behinderung alles andere als rosig, wie die aktuelle AMS-Statistik für September bestätigt: Während die Zahl der Arbeitsuchenden insgesamt sank, nahm sie für Menschen mit Behinderung um 4 Prozent zu, aktuell sind 12.273 als arbeitsuchend vorgemerkt. Auch die Zahl der Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen auf Arbeitsuche stieg um 4,7 Prozent auf insgesamt 60.523.

Mehr gezielte Förderungsmaßnahmen

„Um die Arbeitsmarktchancen von Menschen mit Behinderung tatsächlich zu steigern, müssen gezielte Förderungsmaßnahmen erhöht und die Barrieren in den Köpfen abgebaut werden – vor allem bei denjenigen, die nur Hürden sehen, aber nicht die Potenziale dieser Menschen wahrnehmen“, so Katzian.

Die Schwierigkeiten hören in vielen Fällen leider nicht auf, wenn Menschen mit Behinderung einen Job haben. Hier leiste das Chancen Nutzen Büro im ÖGB ganz entscheidende Arbeit, sagt der ÖGB-Präsident: „Das Chancen Nutzen Büro steht Menschen mit Behinderung mit Rat und Tat zur Seite – und zwar nicht nur, wenn sie auf Arbeitsuche sind, sondern auch beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt und während einer Beschäftigung.“ Außerdem ist das Chancen Nutzen Büro gut vernetzt mit anderen Organisationen und treibt gemeinsame Forderungen für Menschen mit Behinderung voran.

„Wir wissen, dass der Weg zu einer wirklich diskriminierungsfreien Gesellschaft noch lang ist. Aber wir wollen ihn gemeinsam gehen. Ein gutes Leben für alle muss auch allen die gleichen Chancen eröffnen!“, so der ÖGB-Präsident abschließend.

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3 Kommentare

  • Was die Gewerkschaften offenbar vergessen: Die zunehmende Diskriminierung ist im Kapitalismus systembedingt, weil der künstlich geschaffene Wachstumszwang (Zinseszins für die Kapitalist) führt dazu, dass immer mehr Menschen mit den steigenden Anforderungen nicht mithalten können und von der Wirtschaft als „Überflüssige“ ausgeschieden werden. Ursprünglich wollte die Gewerkschaft als Arm der Arbeiterbewegung den Kapitalismus durch Demokratisierung der Wirtschaft (Genossenschaften) überwinden. Davon ist leider nichts mehr zu sehen, daher wird die Gewerkschaft und die AK scheitern. Nur Symptomlinderung durch Beratung und paternalistische Befürsorgung bringt auf Dauer nichts!

  • Wie immer wird darauf vergessen, dass es auch noch andere Bundesländer als Wien gibt. Was nutzt ein Chancen-Nutzen-Büro den westlichen und südlichen Bundesländern? Nicht nur, dass keine Beratung möglich ist, sind auch die Strukturen und Bedürfnisse der Menschen mit Behinderung anders.

    • sehr geehrter Hr. pipfax,

      dazu gibt es Unterstützung durch berufliche Integrationsdienste http://www.neba.at, die Österreich weit flächendeckend angeboten werden.