ÖGLB unterstützt „Wir brauchen Untertitel“ – Kampagne

In den sozialen Medien wird derzeit unter dem Hashtag #wirbrauchenuntertitel für höhere Untertitelungsquoten in der deutschsprachigen Medienlandschaft mobilisiert.

Wir brauchen Untertitel
Kampagne: "Wir brauchen Untertitel"

Der ÖGLB unterstützt diese Social Media-Kampagne und ruft dazu auf, nicht nur im Rahmen der derzeitigen Aktionswoche, sondern laufend auf diverse Formate ohne Untertitelung hinzuweisen und damit eine höhere Sensibilität für die Bedürfnisse von gehörlosen und schwerhörigen Menschen zu schaffen.

Das Thema Untertitelung ist derzeit in aller Munde. Auch in Österreich ist es nicht selbstverständlich, dass alle Fernsehsendungen untertitelt werden. So wird beispielsweise das erst unlängst präsentierte Frühstücksfernsehen des ORF nicht untertitelt.

Kurzerhand wurde von ein paar engagierten Personen aus der Gehörlosengemeinschaft ein Flashmob „Guten Morgen Österreich“ #wirbrauchenuntertitel gestartet. Am 04.05.2016 wird dazu aufgerufen von 10:30-11:00 Uhr auf der facebook-Seite des ORF „Auch am Morgen brauchen wir Untertitel um gut informiert zu sein! #wirbrauchenuntertitel #gutenmorgenösterreich #orf #niemandenausschliessen #unkonvention“ zu posten. Der ÖGLB unterstützt diese Aktion.

Als aktuelles positives Beispiel könnte unter anderem das neue 100-Sekunden-Format der Zeit im Bild genannt werden. Diese Sendung wurde unter anderem mit den Worten „(…) und weil sie vollständig untertitelt ist, funktioniert die Sendung auch ohne Ton im Schlafzimmer, im Büro oder in der U-Bahn“ durch Projektleiter Armin Wolf beworben. Man erkennt somit, dass Untertitelung längst nicht nur für gehörlose und schwerhörige Menschen einen Mehrwert hat.

Helene Jarmer, Präsidentin des ÖGLB erklärt: „Laut ORF-Gesetz (§ 5 Abs. 1) hat der ORF eine rechtliche Verpflichtung sein Untertitelungsangebot laufend auszubauen und mittelfristig alle seine Sendungen zu untertiteln. Gehörlose und schwerhörige Menschen zahlen dieselben GIS-Gebühren wie jeder andere, haben jedoch nur Zugang zu 67,57 % (2015) der ORF 1- und ORF 2- und 33,96 % (2015) der ORF III-Inhalte. Es gibt außerdem nur eine sehr geringe Anzahl an Sendungen mit ÖGS-Dolmetschung.“

Auch im Präsidentschaftswahlkampf hat der Generalsekretär des Österreichischen Gehörlosenbundes, Lukas Huber, darauf aufmerksam gemacht, dass Wahlkampfvideos mit Untertiteln versehen werden müssen, damit auch gehörlose und schwerhörige Menschen Zugang zu Informationen erhalten.

Das Motto der Aktion: „Gesellschaftliche Teilhabe fördern. Niemanden zurücklassen.“ Im Rahmen des Präsidentschaftswahlkampfes wurde mit dem Hashtag #UntertitelJetzt gearbeitet.

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Ein Kommentar

  • Sehr dafür und NICHT nur für Gehörlose. Leider wird gerade in Serien und Filmen heute so viel genuschelt (gehen die Schauspieler und Schauspielerinnen heutzutage eigentlich nicht mehr zu einen Aussprachekurs?) dass es selbst für Menschen mit durchnittlichem Gehör schwer ist manche Satzteile zu verstehen. Es ist eine Schande, dass man um z.B. an Untertitel für Filme und (manche) Dokus zu gelangen die Videodateien halblegal aus dem Internet ziehen muss um dann an passende Untertitel in deutsch (oder auch jeder Sprache von Urdu bis Suhaeli) zu gelangen. Und wenn man schon dabei ist: warum eigentlich werden Filme und Dokus die Original in englisch, französisch oder spanisch gedreht wurden nicht auch mit dem Originalton (zusätzlich zur oft furchtbar schlechten deutschen Synchronisation) ausgestrahlt? Beim den Bezahlsendern z.B. Sky, ja selbst bei ARTE geht es es ohne jegliche technische Verrenkung. Warum nicht bei den mit viel Gebührengeld bedachten öffentlichen Fersehanstalten – ach ja , Arte ist ja eine…..