Öllinger: Pflegebedürftigkeit darf alte Menschen nicht zu armen Menschen machen

Grüne: Ja zu einem Pflegefonds. Nein zur Pflegeversicherung

Karl Öllinger
GRÜNE

Ältere Menschen haben ein Recht auf leistbare und gute Pflege. Vom Sozialsprecher der Grünen, Karl Öllinger, kommt daher ein klares Ja zu einem Pflegefonds.

„Pflegebedürftigkeit darf alte Menschen nicht zu armen Menschen machen. Wir müssen daher das Risiko ein Pflegefall zu werden, gerecht absichern,“ meint Öllinger zur aktuellen Diskussion zur Pflegefinanzierung.

„Sozialminister Rudolf Hundstorfer soll uns nach dem Sommer Vorschläge auf den Tisch legen, wie er die Pflege in Zukunft finanzieren will“, fordert Öllinger. Keine Lösung ist seiner Ansicht nach eine Pflegeversicherung.

„Das Pflegepersonal muss in Zukunft einfach mehr verdienen. Nur so kann der Engpass in diesem Bereich langfristig beseitigt werden. Die Verantwortlichen setzen im Moment ausschließlich auf die Billigschiene. Das hat keine Zukunft. Wir brauchen einen Pflegefonds, der eine solide Finanzierung der Pflege sicherstellt und für einheitliche Leistungen in ganz Österreich sorgt. Denn die Höhe der Kosten für eine Pflegestunde darf nicht von der Postleitzahl abhängig sein“, betont Öllinger.

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0 Kommentare

  • Kurze Ergänzung, wenn ich umgerechnet 2,5€ pro Stunde für Pflegegeld der Stufe 1 vom Staat bekomme, wie soll dann die Pflegekraft gerecht entlohnen.
    Es hat mit dem erschwerten Zugang 2010 also 60 Sunden Bedarf für Pflegegeld der Stufe 1 schon eine gravierende Verschlechterung der die neu eingestuften Personen bekommen für 60 Stunden Bedarf gleich viel als jene die 50 Stunden Bedarf nachweisen mußten also von 3€ reduziert auf 2,5€ pro Stunde. Mit dem soll ich dann eine Professionelle Hilfe zahlen, Narktpreis liegt etwa bei 30€.
    Wer also laut über Sachleistungen denkt, soll sich dann auch über die Explosion der Kosten gedanken machen. Die Politik schafft nicht mal eine Index Anpassung bei Sachleistungen würde es aber nahezu 10x so viel kosten. Und warum keine Versicherung 0,5 wie die Unfallversicherung wäre doch jedem Zumutbar.

  • Es geht nicht nur um mehr Geld, der Beruf des Pflegehelfers gilt Dank OGH Entscheidung gar nicht als Beruf um Berufsschutz zu erlangen. Wenn jemand den Beruf aus Krankheitsgründen nicht mehr ausüben kann, soll dann als Putzmann -frau oder Parkwächter arbeiten.
    Ausbildung gilt nur für Diplomkräfte.
    Das ist krank, unser Minister und sonstige Politiker oder dergleichen wollen mehr Personen diese Ausbildung zukommen lassen, aber Die Ausbilder wie Caritas Bfi und dergleichen wollen nur selbst davon profitieren, setzen ihre Schüler darüber nicht in Kenntnis oder kämpfen für die Anerkennung.
    Aber welche Pflegekräfte brauchen wir? Da wird von Studium und Diplom gesprochen, alles Leute die keine Ahnung haben. Man werfe einen Blick auf das Beurteilungsblatt und mache dann ein Berufsbild. Um beim Waschen, anziehen, kochen, füttern reinigen bei Inkontinenz…….. brauche ich weder Diplom noch Studium. Die einzige Position ist die Verabreichung von Medikamenten also 3-5 Stunden im Monat. Es bedarf einer psychologischen Schulung und viel Menschlichkeit.

  • @Jakob Putz: Vorschlag einstimmig angenommen! Und ja, die erwähnte Presseaussendung von Helene Jarmer vom 13.04.2012 ist sehr in Ordnung. Karl Öllinger steht dazu aber nicht offen in Widerspruch, übersieht aber vielleicht den Masterplan. Denn Faktum ist, dass die Verschiebung zu der im Vergleich äußerst ineffizienten „Sachleistung“ seit dem faktischen Einfrieren des Pflegegeldes 1996 in 14 Nullrunden bereits kontinuierlich betrieben wurde und für die nächsten Jahre unter dem Deckmantel der Pflegefonds (übrigens ohne demokratischen und partizipativen Meinungsbildungsprozess!) ganz exzessiv sein wird (sh. WIFO-Prognosen).
    Was mittels Pflegefonds den Organisationen zugespült wird, wurde und wird beim Pflegegeld den Betroffenen und ihren informell Unterstützenden abgegraben. Solange es kein unbedingtes Bedarfsdeckungsprinzip mit freier Wahlmöglichkeit zwischen Geld- und Sachleistungen (bzw. Mix daraus) gibt, ist jede Befürwortung des Sachleistungsausbaus ein indirekter Anschlag gegen Selbstbestimmungsrechte der Betroffenen und eine weitere Verschärfung der ohnehin schon unsäglichen mittelbaren Diskriminierung informell Pflegender gegenüber den „Professionellen“.

  • @Gerhard Lichtenauer: dem ist voll zuzustimmen.

    Interessant nur, dass seine Parteikollegin den Erhalt d. Geldleistung fordert: http://www.gruene.at/behinderte_menschen/1/lesen/83105/

    Was ist so schwer, an folgender Überlegung: Massive Erhöhung der Geldleistung und jede/r bestimmt, wo er/sie „einkauft“: sei es Angehörige, Professionelle, die ihn/sie unterstützen.

    Selbstbestimmung wäre dadurch sichergestellt UND das Haupt-Standbein Angehörigenpflege einigermaßen (finanziell) anerkannt…

    Allen gewerkschaftlichen (SPÖ-)Magenschmerzen bei dieser Überlegung sei die Frage zu stellen: Sie sind alt und/oder beeinträchtigt: Lassen Sie sich dann auch (gerne) vorschreiben, wer für sie was macht? Eher nicht? Dann gibt es nur eine Antwort: MASSIVER AUSBAU von Geldleistungen…

  • Solange mittels „Pflegefonds“ wie bisher nur die Mittelverschiebung von der selbstbestimmt und BRK-konform sowie effizient einsetzbaren Geldleistung (Pflegegeld) hin zu den ineffizienten, fremdbestimmten somit menschenrechtsbeugenden „Sachleistungen“ betrieben wird, ist diesem Ansinnen keinesfalls zuzustimmen.