Österreichische Gebärdensprache ist UNESCO-Kulturerbe

UNESCO-Kommission beschließt Aufnahme in nationales Verzeichnis

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Die Österreichische Gebärdensprache ist nun Immaterielles Kulturerbe in Österreich. Das hat die nationale UNESCO-Kommission in ihrer letzten Sitzung beschlossen.

„Die Österreichische Gebärdensprache ist das Fundament der Gehörlosenkultur in unserem Land. Die Aufnahme in das nationale Kulturerbe verpflichtet Österreich und die UNESCO, sie zu erhalten und ihre Weitergabe von einer Generation an die nächste zu sichern“, erklärt Helene Jarmer, Präsidentin des Österreichischen Gehörlosenbunds (ÖGLB).

Die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS) wurde über lange Zeit ohne institutionelle Unterstützung von der Gehörlosengemeinschaft gepflegt und weitergegeben. Auf diese Weise hat die visuell-gestische Sprache sogar ein Gebärdenverbot in den Gehörlosenschulen überlebt. Seit 2005 ist die ÖGS rechtlich anerkannt und in der Bundesverfassung verankert.

„Wir müssen sprachliche und kulturelle Vielfalt in Österreich als eine Chance und Bereicherung begreifen. Gerade kleinere kulturelle Gruppen haben es ohne entsprechende institutionelle und finanzielle Unterstützung aber schwer, ihr Kulturgut und ihre Sprache zu erhalten. Daher freuen wir uns besonders über die Aufnahme in das UNESCO-Kulturerbe“, so Jarmer.

Hintergrund

Mit dem UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes haben sich die Vertragsstaaten verpflichtet, ihr Kulturerbe zu schützen. Zu den Formen des immateriellen Kulturerbes gehören mündlich überlieferte Traditionen und Ausdrucksformen, einschließlich der Sprache als Träger des immateriellen Kulturerbes, darstellende Künste, gesellschaftliche Bräuche, Rituale und Feste, Wissen und Bräuche in Bezug auf die Natur und das Universum, sowie traditionelle Handwerkstechniken.

Immaterielles Kulturerbe wird von einer Generation an die nächste weitergegeben, fortwährend neu gestaltet und vermittelt den Gemeinschaften ein Gefühl von Identität und Kontinuität.

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