Schule

Österreichs Zukunftskommission präsentiert Endbericht

Integration von behinderten Schülerinnen und Schülern kaum thematisiert.

Der Endbericht der Zukunftskommission wurde am 13. April 2005 vorgelegt und enthält viel Kritik und einige Vorschläge zur Verbesserung der österreichischen Bildungspolitik. Zum Thema schulischer Integration behinderter Schülerinnen und Schüler wird aber kaum etwas ausgesagt.

„Im Besonderen war der österreichische Diskursprozess durch die Ergebnisse der internationalen Vergleichsstudien (PISA) beeinflusst, die gezeigt haben, dass Österreich sein Potential nicht optimal ausschöpft und Verbesserungen im pädagogischen und im organisatorischen Bereich notwendig sind“, umschreibt der Endbricht vornehm die katastrophalen Ergebnisse der letzten PISA Studie.

Festgehalten wird in dem 104 Seiten starken Bericht, dass das „Schulsystem traditionell sowohl strukturell als auch pädagogisch eher auf Selektion und Aussonderung als auf Integration und Förderung“ angelegt ist.

Kurz wird auch auf die schulische Integration eingegangen. Als „vordringlichen Schritt“ hält die Zukunftskommission „die qualitative und quantitative Weiterentwicklung des gemeinsamen Unterrichts behinderter und nicht behinderter SchülerInnen“ für notwendig, ohne allerdings ins Detail zu gehen.

Einzig angeregt wird bei Sonderschulen „Problemfelder zu benennen“. In einer Bestandsaufnahme soll geprüft werden, „ob und inwieweit die gegenwärtig verfügbaren Ressourcen tatsächlich und in effizienter Weise für die Betreuung, Förderung und sozialen Integration junger Menschen mit Behinderungen eingesetzt werden und ob und durch welche Maßnahmen bildungspolitischer, schulorganisatorischer und pädagogischer Art die Bildungs- und Lebenschancen dieser jungen Menschen verbessert werden können“.

Der SPÖ-Bildungssprecher Dr. Erwin Niederwieser fordert, dass der Integration von behinderten Kindern mehr Beachtung geschenkt werden müsse. Die Sozialdemokraten haben im Vorjahr in ihrem Bildungsprogramm diesem Thema breiten Raum gewidmet.

Passend zu dieser Geringschätzung ist auch die Meldung, dass am Institut für Erziehungswissenschaften der Uni Innsbruck der Fachbereich „Integrative Pädagogik“ auf ein Minimum zusammen gestrichen werden soll.

Ob Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (ÖVP) Inhalte des Endberichtes umsetzen wird, ist derzeit ungewiss. Im Integrationsbereich ist bisher nur bekannt, dass eine Umbenennung der Sonderschulen in Förderschulen geplant ist.

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0 Kommentare

  • In Bildungsministerin Gehrer habe ich kein Vertrauen mehr – sie beweist täglich, wie unwichtig ihr die Integration behinderter und ausländischer Kinder ist. – Leider!

  • Sonderschulen soll umbenannt werden in Förderschulen. Neue Verpackung, selber Inhalt! Verkaufsförderende Methoden erobern das Schulwesen!