ÖVP-Praniess-Kastner: Chancengleichheit für behinderte Menschen noch immer Utopie

SPÖ-Stadtregierung will Maßnahmen für mehr Selbstbestimmung nicht einmal diskutieren

Karin Praniess-Kastner
BIZEPS

Die Integration von Menschen mit Behinderungen sei ein wichtiges gesellschaftspolitisches Ziel, das nur durch gemeinsame Anstrengungen erreicht werden könne, betont LAbg. Karin Praniess-Kastner, Behindertensprecherin der ÖVP Wien, in ihrer Pressekonferenz zum heutigen Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung. Unabhängig von den bisher erzielten Erfolgen sei es wichtig, die Unterstützungsangebote weiterhin bedarfsgerecht auszubauen und die Rahmenbedingungen zu verbessern.

Mehr Unterstützung für Eltern behinderter Kinder

Es sei ihr persönlich ein besonderes Anliegen, so Praniess-Kastner weiter, die nachhaltige Beseitigung der vielfältigen Diskriminierungen behinderter Menschen im Alltag voranzutreiben. Diese Aufgabe beginne bereits sehr früh, etwa bei den Unterstützungsangeboten für Eltern behinderter Kinder. „Für die bewusste Entscheidung für das Leben mit einem behinderten Kind ist der Ausbau von Unterstützungsmaßnahmen für betroffene Familien nötig. Aufgabe der Politik ist es, weitere geeignete Rahmenbedingungen für ein gutes Miteinander in unserer Gesellschaft zu schaffen. Das darf nicht bei der finanziellen Unterstützung für die Pflege und Betreuung

des Kindes enden“, so die ÖVP-Behindertensprecherin.

Praniess-Kastner fordert einen Ausbau des psychosozialen Beratungsangebots für Eltern vor einer pränatalen Diagnose, bei Bekanntgabe des Ergebnisses sowie nach der Geburt des Kindes. Weiters sei es notwendig, sowohl für Eltern behinderter Kinder als auch für Eltern mit Behinderung entlastende Dienste zur Verfügung zu stellen. Eine Möglichkeit wäre hier der Einsatz von FamilienhelferInnen.

Persönliches Budget fördert selbstbestimmtes Leben

Was die Förderungsmöglichkeiten für mehr Selbstbestimmung für behinderte Menschen betreffe, so verweist Praniess-Kastner in diesem Zusammenhang einmal mehr auf das in anderen europäischen Ländern bereits realisierte persönliche Budget: „Das ‚Persönliche Budget‘ ist eine Möglichkeit, Behindertenpolitik völlig neu zu entwickeln. In Deutschland gibt es das schon.“ Es sei daher umso mehr zu bedauern, dass die Wiener SPÖ in der gestrigen Gemeinderatssitzung den von der ÖVP eingebrachten Antrag zum Start eines ‚Pilotprojekts Persönliches Budget‘ abgelehnt habe. „Offenbar will die Sozialdemokratie über Innovationen in der Behindertenpolitik nicht einmal diskutieren. Das finde ich sehr schade“, so Praniess-Kastner abschließend.

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