ÖVP-Praniess-Kastner: Eltern behinderter Kinder werden von Rot-Grün im Kreis geschickt

Inklusion ist und bleibt bei Bildungsstadtrat Oxonitsch ein Lippenbekenntnis

Karin Praniess-Kastner
ÖVP

Als „Schikane erster Güte“ bezeichnet die Behindertensprecherin der ÖVP Wien, Karin Praniess-Kastner, die Weigerung von SPÖ-Stadtrat Oxonitsch, entwicklungsverzögerten Kindern ein weiteres kostenloses Kindergartenjahr zu gewähren.

Die ÖVP Wien hatte dazu im Gemeinderat im Jänner 2012 einen Antrag gestellt und nun die ablehnende Antwort aus dem Stadtratsbüro erhalten.
Es sei schockierend, dass verzweifelte Eltern, die mit Müh und Not einen der wenigen Plätze in einem integrativen Kindergarten bekommen haben, eiskalt an den Stadtschulrat weiterverwiesen werden.

„Hier werden Kinder, die eindeutig noch nicht schulreif sind, aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen und in Vorschulen verfrachtet, obwohl dort das integrative Angebot nicht vorhanden ist. Ein Ausweichen auf Privatunterricht zu Hause, wie es Stadtrat Oxonitsch in seinem Bericht zum Antrag vorschlägt, kommt für mich überhaupt nicht in Frage, denn es ist Aufgabe der Stadtregierung, rechtzeitig für genügend Plätze und Personal in den Kindergärten zu sorgen. Wir werden daher weiterhin die inhaltsleeren Sonntagsreden der diversen roten Stadträte/innen in Sachen Inklusion behinderter Kinder schonungslos aufdecken“, so Praniess-Kastner abschließend.

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0 Kommentare

  • S.g. Hr. Prammer, bei der Wortmeldung von Fr. Praniess-Kastner geht es wohl in erster Linie um Polit-Hick-Hack. Wenn es der ÖVP ernst wäre mit einer Schulreform, würden sie endlich von der Reformbremse herunter steigen. Das die SPÖ auch nur Sonntagsreden trischt, da möchte ich Fr. Praniess-Kastner aber recht geben – zumindest aus meiner Wiener Perspektive!
    Ich möchte aber bezweifeln, dass „die Schule“ die einzige Institution ist, die für Bildung sorgt! Wir haben mit unserem Sohn sehr gute Erfahrungen in einem städtischen Integrationskindergarten sammeln können und sehr schlechte Erfahrungen im Schulbereich machen müssen! LehrerInnen die weder die Gesetze kennen noch eine Ahnung von modernen Lehrmitteln (EDV-Unterstützung) haben. Kein funktionierendes Qualitätsmanagement, große Fluktuation bei den SchülerInnen schon in der Volksschule. Wenig soziale Kompetenz bei Kindern und Eltern und kaum Kommunikationsbereitschaft (obwohl unsere Klasse atypisch nur zwei oder drei Kinder mit Migrationshintergrund hat). Defizitorientiert erfahren die Kinder schon in der Volksschule einen hohen Leistungsdruck.

    Das „Recht auf Bildung“ ist ein Schuss der nach hinten losgeht! Wir sind auch in die SPF-Falle getappt. Das „Recht auf Bildung“ könnte ja schon viel früher beginnen z.B. wie in Holland mit vier Jahren. Es wäre gescheit, die „Kindergarten-Pädagoginnen“ besser zu bilden und dann könnte z.B. das hier beklagte „Gratis-Kindergartenjahr“ auch zum „Vorschuljahr“ aufgewertet werden – und da sind sie vielleicht meiner Meinung – das könnten Kinder mit besonderen Bedürfnissen gut brauchen. Ein zweites solches Jahr wäre meiner Meinung nach besonders wichtig, da die Kinder in frühen Jahren Förderung besser brauchen können, als sie am Ende ihrer Schullaufbahn in irgend welchen obskuren Programmen zu „beschäftigen“. Wahlfreiheit für I.Kinder existiert ohnehin nur am Papier und Vorschulklassen für I-Kinder gibt es ebenfalls fast keine!

  • Im Schulrechtsinfo (http://www.bmukk.gv.at/medienpool/5820/schulrecht_info_1.pdf) kann zum Gesetzestext folgendes gelesen werden:

    Wenn ein Kind sonderpädagogisch gefördert werden kann, darf keine Befreiung vom Schulbesuch ausgesprochen werden. Es müssen im Gegenteil alle Anstrengungen unternommen werden, um einen Schulbesuch zu ermöglichen

    Der §15 Schulpflichtgesetz bringt klar zum Ausdruck, dass für ALLE Kinder ein Bildungsangebot zu machen ist und nur jene, bei denen „medizinische Gründe dem Besuch der Schule entgegenstehen oder dieser dadurch zu einer für den Schüler unzumutbaren Belastung würde“ ….“für die unumgänglich notwendige Dauer vom Besuch der Schule zu befreien“ sind.
    Es ist somit klar, dass dieser Paragraf NICHT dazu verwendet werden kann sog. „schulunreifen“ Kindern ein weiteres Jahr im Kindergarten zu ermöglichen.
    Es war ein langer Kampf, für ALLE Kinder das RECHT AUF SCHULE (BILDUNG) sicherzustellen, gab es doch früher die Befreiung von der Schulpflicht. So wurden früher schwerstbehinderte Kinder von Besuch der Schule ausgeschlossen.
    „Die Neufassung des § 15 SchPflG vollzieht insofern einen Paradigmenwechsel, als es sich nun nicht mehr um eine Befreiung von der Schulpflicht, sondern um eine Befreiung vom Besuch des Unterrichtes in der Schule handelt. Somit bleibt die allgemeine Schulpflicht unberührt und wird die Zeit des gerechtfertigten Nichtbesuches im Sinne dieser Bestimmung auf die Dauer der allgemeinen Schulpflicht angerechnet, ohne dass dies im Gesetz eigens erwähnt wird“ (Rundschreiben Nr. 6/2006)
    Muss nicht daher die Schule gefordert sein, ein Angebot zu machen?
    Will man wirklich, dass „entwicklungsverzögerte Kinder“ KEIN schulisches Angebot erhalten und für ein Schuljahr im Kindergarten verbleiben?
    Ist es verantwortungsvoll, jenen Kindern, für die der §15 SchPflG. zutreffen kann, die sonderpädagogische Förderung durch qualifizierte (Sonder-)Pädagoginnen vorzuenthalten?