ÖVP-Praniess-Kastner: Millionenbeträge für Eigenwerbung, aber kein Geld für Sprachförderung in Wien

Gebärdensprache für hörbehinderte Menschen wichtiges Mittel zur Inklusion in die Gesellschaft

Karin Praniess-Kastner
BIZEPS

Barrierefreiheit betrifft nicht nur Rampen, Lifte und Eingangstüren, sondern auch Kommunikationsformen. Wer Inklusion will, der müsse auch dafür sorgen, dass es die notwendigen Unterstützungsangebote dafür gibt, erklärt die Behindertensprecherin der ÖVP Wien, Karin Praniess-Kastner, in Replik auf die bekannt gewordenen finanziellen Engpässe des Vereins Kinderhände, der Sprachkurse in Laut- und Gebärdensprache für Kinder zwischen 1 und 14 Jahren in Wien anbietet.

Abbau von Sprachbarrieren ist Gewinn für alle Menschen

Praniess-Kastner: „Unser Ziel sollte sein, Kinder von Beginn an mit dem Prinzip der Barrierefreiheit vertraut zu machen. Dazu gehört auch, dass das Verstehen von Gebärdensprache als Kompetenz empfunden wird. Man beherrscht eine Zweitsprache und kann somit mehr Menschen erreichen.“

Für Menschen mit Hörbehinderung ist die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS) ein wichtiges Mittel zur Inklusion in die Gesellschaft. In der UN-Behindertenrechtskonvention ist zudem klipp und klar festgehalten, dass behinderte Menschen ein Recht auf Bildung haben und dieses Recht ohne Diskriminierung und auf Grundlage der Chancengleichheit zu verwirklichen ist.

Rote Stadträte/innen lassen engagierte Vereine finanziell verhungern

Derzeit werden Initiativen zur Verwirklichung von Inklusion wie etwa Kurse zum Erlernen von Gebärdensprache nach wie vor zu einem erheblichen Teil aus freiwilligen Spenden finanziert.

„Es kann nicht sein, dass die Stadt Wien einerseits zweistellige Millionenbeträge an Steuergeldern in sündteure Werbekampagnen investiert und gleichzeitig engagierte Vereine ausgehungert werden und um private Spendengelder ringen müssen. Wir werden daher im Zuge der Budgetdebatte auch einen entsprechenden Beschlussantrag einbringen, damit Initiativen wie etwa der Verein Kinderhände künftig aus dem regulären Budget der Stadt Unterstützung bekommen“, so die ÖVP-Behindertensprecherin abschließend.

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0 Kommentare

  • Prinzipiell hat die Behindertensprecherin der Wr. ÖVP recht. Jedoch die politische Polemik stört mich, da Jede Regierungspartei – sei es auf Bund- Landes- oder Gemeindeebne „Eigenwerbung“ mit Steuermittel betreibt und legal betrieben hat.

  • Liebe Frau Praniess-Kastner, ich stimme Ihnen zu und begrüße das Engagement der ÖVP, Vereine wie die Kinderhände zu fördern und diesen Missstand im Gehörlosenbereich endlich aufzuzeigen. In Österreich sind Eltern, die ein gehörloses Kind bekommen, mit der Sprachförderung, also dem Erlernen der ÖGS, völlig alleine gelassen. Einzig der Wiener Verein Kinderhände widmet sich seit Jahren diesem Problemkomplex und bietet neben ÖGS-Kursen für Kinder und Eltern auch Maßnahmen zur Frühförderung – ohne öffentliche Gelder!!! Es wird höchste Zeit, Fördermittel richtig zu investieren – fangen wir bei dem Verein Kinderhände an!