ÖZIV Bundesverband: „Armutsgefährdung von Menschen mit Behinderungen verschärft sich zunehmend“

„Barrieren am Arbeitsmarkt sind für Menschen mit Behinderungen leider weiterhin ein großes Thema“, wissen die Geschäftsführerinnen des ÖZIV Bundesverbandes, Hedi Schnitzer-Voget und Julia Jungwirth.

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„Barrieren am Arbeitsmarkt sind für Menschen mit Behinderungen leider weiterhin ein großes Thema“, wissen die Geschäftsführerinnen des ÖZIV Bundesverbandes, Hedi Schnitzer-Voget und Julia Jungwirth.

Die aktuelle Arbeitslosenstatistik bestätigt wieder, dass ambitionierte Schritte für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsmarkt längst überfällig sind. Während die Arbeitslosigkeit insgesamt rückläufig ist, hält der Abwärtstrend für Menschen mit Behinderungen und gesundheitlichen Vermittlungseinschränkungen an. Sowohl in ganz Österreich wie auch in allen Regionen sind Menschen mit Behinderungen mittlerweile die einzige gesellschaftliche Gruppe, die vom allgemeinen Aufwärtstrend am Arbeitsmarkt nicht profitiert. Menschen mit Behinderungen in die Zielgruppenarchitektur des AMS (neben anderen konkret verankerten Zielgruppen, etwa Personen 50+) aufzunehmen, wäre deshalb ein notwendiger Schritt zur Gegensteuerung.

In der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK), die Österreich im Jahr 2008 ratifiziert hat, sind die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen und die umfassende Barrierefreiheit als Menschenrechte verankert. Leider verhindern weiterhin nicht nur bauliche Barrieren eine volle Teilhabe aller Menschen an der Gesellschaft.

Auch ökonomische und strukturelle Barrieren schließen viele Menschen mit Behinderungen aus: „Die Armutsgefährdung für Menschen mit Behinderungen verschärft sich weiterhin zunehmend“, so Schnitzer-Voget und Jungwirth. Und es fehlt an ambitionierten und zukunftsweisenden Programmen, diesen Problemlagen ernsthaft und im Sinne der UN-BRK zu begegnen. Die Ausgleichstaxe ist immer noch so niedrig bemessen, dass sie kein Umdenken seitens einstellungspflichtiger Unternehmen bewirkt.

Zwar ist das Thema „Inklusion“ mittlerweile in aller Munde und die Vielfalt der MitarbeiterInnen wird von immer mehr Unternehmen als Bereicherung anerkannt. „Uns ist dabei ein wichtiges Anliegen, dass dieser Begriff nicht nur zu Marketingzwecken verwendet, sondern im Interesse von Menschen mit Behinderungen umgesetzt wird.“, unterstreichen die beiden Geschäftsführerinnen. Rechtliche Rahmenbedingungen und politische Signale spielen in diesem Zusammenhang ebenso eine Rolle wie die Sensibilisierung von ArbeitgeberInnen und Führungskräften.

Von der Politik fordert der ÖZIV deutliche Signale in Richtung einer inklusiven Gesellschaft, um eine gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben für alle Menschen zu ermöglichen. Denn letztlich gilt es zu erkennen, dass der umfassende Abbau von Barrieren allen Menschen zugutekommt.

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Ein Kommentar

  • Für das AMS und die Gewerkschaften ist die Arbeitslosigkeit von Menschen mit Behinderungen KEIN Thema! Auch im „Projekt 20000 Arbeitsplätze“ wird diese Personengruppe nicht mitgedacht. Das alles ist ein Skandal!