ÖZIV Bundesverband: Kein Grund zum Feiern am Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen

Ernste Verschlechterung der Lage und Forderung nach dringender Korrektur des Sparkurses

Rudolf Kravanja (2025)
Monika Fellner

Jedes Jahr am 3. Dezember wird der Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen begangen. Die Situation für Menschen mit Behinderungen in Österreich ist nach Ansicht des ÖZIV Bundesverbands aktuell jedoch besonders unerfreulich.

„Die schleppende Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention wird derzeit durch zusätzliche Hürden erschwert“, erklärt Rudolf Kravanja, Präsident des ÖZIV Bundesverbands.

Der aktuelle Sparkurs trifft die Gruppe der Menschen mit Behinderungen empfindlich: sowohl durch Kürzungen finanzieller Unterstützungsleistungen als auch durch Einsparungen bei essenziellen Unterstützungsangeboten. Dies macht es Betroffenen zunehmend schwer, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten.

Der ÖZIV Präsident betont die Ernsthaftigkeit der Situation: “Sowohl auf Bundes- als auch auf Landes-Ebene führen die Einsparungen dazu, dass die Lage für viele Betroffene wirklich dramatisch wird.”

Arbeitsmarkt: Offensive Maßnahmen statt Einsparungen sind nötig

Angesichts der steigenden Arbeitslosigkeit, von der Menschen mit Behinderungen überdurchschnittlich betroffen sind, hält der ÖZIV Bundesverband die Einsparungen bei arbeitsmarktpolitischen Unterstützungsangeboten für besonders schmerzhaft und kontraproduktiv.

„Aktuell wären offensive und zielgerichtete Maßnahmen dringend erforderlich, statt bereits den nächsten Einsparungsschritt für 2027 zu planen“, fordert ÖZIV-Geschäftsführer Gernot Reinthaler. „Die Regierung setzt mit der ‚Aktion 55 Plus‘ einen wichtigen Fokus. Angesichts der Lage ist es jedoch unverständlich, warum nicht gleichzeitig eine ‚Aktion Arbeiten mit Behinderung‘ mit entsprechender Mittelausstattung in Betracht gezogen wird.“

Reinthaler mahnt: „Wenn angesichts der aktuellen Budgetkrise die Deckung des bestehenden Bedarfs nicht mehr oberstes Ziel ist, müssen alle Alarmglocken läuten. Das positive Potenzial von Menschen mit Behinderungen für den Arbeitsmarkt darf nicht übersehen werden.“

Folgekosten vermeiden – Investition in die Zukunft

Präsident Kravanja und Geschäftsführer Reinthaler weisen zudem auf die entstehenden Folgekosten hin, die durch den Wegfall von Unterstützungsangeboten und eine höhere Zahl arbeitsloser Menschen mit Behinderungen entstehen:

  • Höhere Ausgaben für soziale Sicherungssysteme.
  • Nachhaltige soziale Schäden durch geringere gesellschaftliche Teilhabe.

„Manchmal ist es einfach sinnvoll, Geld in die Hand zu nehmen, um höhere Kosten und nachhaltige soziale Schäden zu vermeiden. Wir appellieren eindringlich an die politischen Entscheidungsträger:innen, diese Einsicht durchzusetzen und die Unterstützung für Menschen mit Behinderungen zu sichern.“

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich
Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.