OÖ: Nur ein Drittel der Unternehmen erfüllt die Beschäftigungspflicht

BIZEPS-INFO wollte es genau wissen und erkundigte sich beim Bundessozialamt. Die Detailzahlen stimmen bedenklich.

Ländervergleich / Unternehmen erfüllen Beschäftigungspflicht
Bundessozialamt/BIZEPS

Laut Behinderteneinstellungsgesetz sind Unternehmen verpflichtet, pro 25 Dienstnehmer/innen eine behinderte Person zu beschäftigen.

Wenn dies nicht erfolgt, wird dem Unternehmen die Bezahlung einer Ausgleichstaxe in der Höhe von 226 Euro pro Monat vorgeschrieben.

Welche Auswirkungen hat diese Regelung?

Die Auswertung der auf BIZEPS-INFO Anfrage von Ende Jänner 2012 vom Bundessozialamt ermittelten Detailzahlen (vorläufige Werte für das Jahr 2010) für die Bundesländer ergab, dass in Oberösterreich nur ein Drittel der Unternehmen die Beschäftigungspflicht erfüllt (Detailzahlen mit größerer Grafik).

Bevor Oberösterreich an den Pranger gestellt wird, sei noch erwähnt, dass diese 31 % österreichweit sogar als vorbildlicher Spitzenwert gelten müssen.

Jedes andere Bundesland hat noch deutlich schlechtere Zahlen.

Vergleich der Bundesländer

Hier die Reihung nach Bundesländern, wie viele Unternehmen im jeweiligen Bundesland die Beschäftigungspflicht erfüllen:

  1. Oberösterreich 31,0 %
  2. Kärnten 30,3 %
  3. Steiermark 26,6 %
  4. Vorarlberg 25,0 %
  5. Burgenland 22,4 %
  6. Niederösterreich 21,1 %
  7. Tirol 18,3 %
  8. Wien 17,3 % sowie
  9. Salzburg 17,1 %

Im Bundesschnitt erfüllen nur 22,9 % der Unternehmen die Beschäftigungspflicht bzw. kaufen sich rund 8 von 10 Unternehmen von der Beschäftigungspflicht frei.

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0 Kommentare

  • … und Behindertenvertretern bzw. -sprecher im Parlament unetrliegen wie jeder andere Abgeordnete dort, dem Clubzwang.
    Wozu haben wir diese grosse Anzahl von Abgeordneten die uns allen Monat fuer Monat nur viel Geld kosten aber nichts Konstruktives leisten, da sie zu „JA“/“NEIN“-Sagern durch den Clubzwang gemacht werden?
    Wir brauchen doch bei diesem System nur fuer jede Partei EINEN Abgeordneten der so viele Stimmen vereint wie Mandate sind. Auf den Rest der Waschln koennen wir getrost verzichten – merkt sowieso keiner!
    Laecherlich nur diese Aschermittwoch-Selbstdarstellungen! Da wird grosspurig getan wie wenn man was zu sagen hat, ist aber nur eine Marionette.

    Politiker! Immer schoen rechts von den Linken und links von den Rechten – wichtig aber immer 2 Meter vor der Kamera!

    KOTZ!

  • Das war ja zu Erwarten nach diesem großen Wurf, (Behinderteneistellungsgesetz Gültig seit Beginn 2011)! Der Kündigugunsschutz für Begünstgte Behinderte est nach 4 Jahren im Betrieb, ist Somit praktisch gefallen! Die Ausgleichszahlung ist lächerlich Gering. Und ob wir dieses „Unrecht“ jemals wieder loswerden wage ich zu Bezweifeln.

  • Das war ja zu Erwarten nach diesem großen Wurf, (Behinderteneistellungsgesetz Gültig seit Beginn 2011)! Der Kündigugunsschutz für Begünstgte Behinderte est nach 4 Jahren im Betrieb, ist Somit praktisch gefallen! Die Ausgleichszahlung ist lächerlich Gering. Und ob wir dieses „Unrecht“ jemals wieder loswerden wage ich zu Bezweifeln.

  • Die Ausgleichstaxe sollte einen Gehalt ausmachen!!! Da würden manche Betriebe die, der Einstellungspflicht nicht nachkommen schon darauf achten die Einstellungspflicht einzuhalten. Aber so wird das nichts!! Man hat ja kaum als gut ausgebildeter Behinderter Chancen.

  • @GF – Der Unterschied sind, bei Ihrem Beispiel, 10 Menschen mit Behinderung, die beschäftigt werden. Für diese Menschen wurde die Beschäftigungspflicht erfüllt.
    Die richtige Überschrift dieses Artikels sollte wie folgt lauten: 2/3 der Unternehmen erfüllen die Beschäftigungspflicht nicht zur Gänze.

  • Wundert das irgend jemanden, bei der derzeitigen Ausgleichstaxe? Im Grunde sind alle Diskussionen vollkommen sinnlos, weil das seit Jahren unverändert ist! Wissen wir eh schon seit langem!

  • @Herbert · 20. Feber 2012 11:41 Uhr:
    Wo ist der Unterschied zwischen „nicht zur Gänze“ und „nicht“? Fakt ist doch das die Pflicht nicht erfüllt wird.
    Bsp.: Eine Firma mit 1000 MA müßte 40 Behinderte beschäftigen, hat aber nur 10 Behinderte.
    Bilanz: -30

    Eine Firma mit 100 MA muß 4 Behinderten Beschäftigen, hat aber keinen Behinderten. Bilanz: -4

    Diese Rechnung mag nun nicht ganz auf diese Frage eingehen, ich will aber zeigen, daß man mit den „nicht ganz“ und „nicht“ so nett lügen kann wie mit Prozentrechnen.

  • franz
    bei dieser studie könne wir die soziale einstellung der unternehmer genau nachvollziehen. wir sehen daraus, dass die nichtbeschäftigung für kolleg/innen mit besonderen bedürfnissen nicht am kündigungsschutz scheitert. die unternehmer sind nicht bereit begünstigte behinderte einzustellen, da nur mehr volle leistung zählt. daher stellt sich für mich die frage: was machen wir mit den mitarbeitern, welche durch die harte arbeit invalid wurden? die „i-pension“ wollen wir ja abschaffen. die höhe der ausgleichtaxe ist ja wirklich ein lächerlicher betrag, den zahlen die unternehmer aus der portokasse.

  • Es wäre auch interessant wie der Bund, die Länder und Kommunen (sprich: der öffentlicher Dienst) den Pflichten nachkommt. Ich fürchte die sind noch schlimmer als die „freie“ Wirtschaft.

  • Die Aussage, dass sich rund 8 von 10 Unternehmen von der Beschäftigungspflicht freikaufen, kann so nicht stimmen. Vielleicht erfüllen diese Unternehmen die Beschäftigungspflicht nicht zur Gänze (Beispiel: es sind 6 begünstigte Behinderte einzustellen, tatsächlich sind es aber nur 5 – dann erfüllt dieses Unternehmen die Beschäftigungspflicht nicht zur Gänze).

  • Berichtigung: Die Ausgleichstaxe ist nach Firmengröße bzw. MitarbeiterInnen gestaffelt und beträgt zwischen EUR 232,- und EUR 345,-.
    Dennoch – die Zahlen bedeuten für mich, dass die Ausgleichstaxe monetär gesehen viel zu weit unten angesiedelt ist, wenn sich so viele Unternehmen freikaufen können.
    Ich fordere eine drastische Anhebung der Ausgleichstaxe um in gleicher Weise den Topf für PAA oder andere behinderungsbedingte Mehraufwände, Minderleistungszahlen oder Sonderausbildungen, zu füllen.

  • @Gerhard: Danke für den Hinweis. Werde ich noch einbauen.

  • Es wäre aufschlussreich, den gesamtösterreichischen Durchschnitt hier auch mit darzustellen, der irgendwo bei etwa 22-23 Prozent liegen dürfte (ohne nachzurechnen). Die Überschrift hätte dann auch lauten können: Etwa 8 von 10 Unternehmen kaufen sich von der Beschäftigungspflicht frei.