Opposition bezweifelt Reformwillen bei System der Schulverwaltung

In seiner Diskussion über das Reformvorhaben, die schulische Ganztagsbetreuung auszubauen, fand der Ausschuss dagegen eine einheitliche Linie der Zustimmung.

Parlament
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Die übrigen thematisierten Gesetzesentwürfe im Zusammenhang mit der Schulreform wurden teils mit SPÖ-ÖVP-Mehrheit, teils einstimmig ins Nationalratsplenum geschickt. …

Unterricht in Gebärdensprache, die Wiedereinführung von Verhaltensnoten, ein klares Benotungssystem für SchülerInnen mit Legasthenie, zusätzliche Mittel für die HTL Ferlach und integrativ geführte Volksschulen thematisierten die Oppositionsfraktionen mit ihren Entschließungsanträgen im weiteren Verlauf der Ausschussdebatte.

Sämtliche Anträge wurden von den Regierungsfraktionen vertagt.

Der Appell von FPÖ-Abgeordneten Walter Rosenkranz und Dagmar Berlakowitsch-Jenewein, die Gebärdensprache als Unterrichtssprache anzuerkennen, (2318/A[E]) wurde in Abwesenheit des ÖVP-Mandatars Franz-Joseph Huainigg vertagt, der zuvor noch an den Nationalen Aktionsplan der Bundesregierung erinnert hatte, in dem die Einführung eines bilingualen Unterrichts mit Gebärdensprache bis 2020 vorgesehen sei.

Vehementer Protest gegen die Vertagung kam nicht nur von Antragsteller Rosenkranz, sondern auch von den Abgeordneten Helene Jarmer (GRÜNE) und Stefan Markowitz (Team Stronach). Jarmer konstatierte, Gebärdensprache sei verfassungsrechtlich als Minderheitensprache anerkannt, ihre Nutzung im Unterricht stelle ein Menschenrecht dar.

Seitens der SPÖ verdeutlichten die Mandatare Franz Riepl und Elmar Mayer, sie seien sich der hohen Sensibilität dieser Frage völlig bewusst und daher gegen eine Ablehnung des Antrags, doch sei die Forderung noch nicht ausreichend durchdacht. Gerade die rechtlichen Auswirkungen müsse man noch umfassend diskutieren.

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0 Kommentare

  • @Klaudia Karoliny

    Sehr geehrte Frau Karoliny, es ist keine Bringschuld Österreichs, Kindern mit Migrationshintergrund mit aller Gewalt Deutsch beibringen zu wollen. Kein Mensch käme auf den Gedanken, in irgend einem Land dieser Erde Unterricht bzw spezielle Förderung in der Muttersprache zu verlangen und sich beharrlich weigern, die Landessprache zu erlernen, um dem Unterricht entsprechend folgen zu können.
    Wenn Personen mit Migrationshintergrund, die in Österreich geboren, nach zwei Jahrzehnten nicht ausreichend Deutschkenntisse besitzen – und entsprechend schlechtem Pflichtschulabschluss – um am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, so liegt es nicht an unserem Schulsystem.


  • Ich glaube, ein Großteil dieser Kinder mit Migrationshintergrund laufen in den Klassen auch nur irgendwie mit und genießen keine spezielle Förderung udn schon gar nicht in ihrer Muttersprache. Wie kommt es sonst, dass viele von ihnen in den Sonderschulen landen? Dazu gibt es wissenschaftliche Studien. Nur ist halt leider beides traurig und gehört die Schule und die Lehrkräfte-Ausbildung grundsätzlich reformiert. Das ist meine Meinung.

  • Es ist leider ein schlechtes Zeichen für die Demokratie, wenn die Abgeordneten der Regierungsparteien, also die VertreterInnen der Legislative, der Exekutive, hier dem Unterrichtsminsterium blind folgen. Schlimm ist, dass sie das psychische und soziale Leid der Kinder, die nun diskriminiert bleiben, kühl in Kauf nehmen; Hauptsache die menschenrechtsverletzende Politik der Frau BM Schmied kann gerettet werden.
    Frau Schmied setzt übrigens ihre JuristInnen nicht dafür ein, zu überlegen, wie man denn einen Gesetzesentwurf zugunsten der Einführung von ÖGS als Unterrichtssprache denn gestalten könnte, sondern lässt sie möglichst viele Gegenargumente suchen, auch wenn dafür Gesetz missinterpretiert und missbraucht werden müssen. Eine der absurdesten Folgen dieser geradezu verzweifelten Verhinderungspolitik ist eine offizielle juristische Stellungnahme aus dem BMUKK, die einfach behauptet, die Muttersprache aller Gehörlosen in Österreich sei Deutsch. Solche absurden Behauptungen gehen dann als Rechtsauskunft an alle Schulbehörden.
    Eine andere diskriminierende Behauptung des BMUKK ist, das man Gehörlose, die als Muttersprache die ÖGS wollen, dann ja mangels ausreichender Deutschkenntnisse gar nicht als ordentliche SchülerInnen aufnehmen könnte. Das tut man aber sehr wohl mit Migrantenkindern, deren in Österreich nicht anerkannte Muttersprachen vom BMUKK sehr wohl unterrichtet werden (derzeit 28.000 in 22 Sprachen); Deutsch wird ganz offiziell zur Zweitsprache erklärt; es gibt eigene Lehrpläne und pädagogische Anleitungen.
    Gebärdensprachorientierte Kinder kommen aber nicht in den Genuss dieser guten Regelungen für SchülerInnen mit „nichtdeutscher Muttersprache“, denn: siehe oben. Für sie gibt es keine Lehrpläne, keine ausgebildeten LehrerInnen und keine bilingualen Lehrmaterialien. da wird es verständlich, dass die Parlamentarier als Handlanger der Frau BM herhalten müssen, um den wenigen hörbehinderten Kindern vorzuenthalten, was die 28.000 richtigerweise kriegen.