Ordinationsevaluierung: Gute Qualität in Wiener Arztpraxen

Bereits 3958 Ordinationen überprüft - Dorner: "Ergebnis zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind"

Walter Dorner
Ladstätter, Markus

Die im April 2006 gestartete Evaluierung aller Ordinationen in Österreich brachte bislang ein äußerst positives Ergebnis für Wien. Bis zum heutigen Tag konnte die Österreichische Gesellschaft für Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement in der Medizin (ÖQMed) 3253 Arztpraxen eine positive Qualitätszertifizierung in Wien erteilen. Der Rest sollte demnächst abgeschlossen sein. Die große Mehrheit der beteiligten Ärzte zeigte sich dabei sehr kooperativ.

„Dieses Ergebnis zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir bemühen uns, die ärztliche Qualität in den Ordinationen einer ständigen Verbesserung zu unterziehen, und mit der Evaluierung haben wir ein gutes Instrument der Umsetzung gefunden“, zeigt sich Ärztekammerpräsident Walter Dorner zuversichtlich, den bislang eingeschlagenen Weg auch in Zukunft erfolgreich weiterführen zu können.

Bei den bislang überprüften 3958 Wiener Ordinationen wurde lediglich bei 347 ein Mangel festgestellt – und sogleich einer Behebung zugeführt. Die meisten Mängel betrafen fehlende Ordinationsausstattungen, die ein Arzt in der Ordination fachspezifisch haben muss, beziehungsweise mangelhafte behindertengerechte Zugänge.

Bei der Frage der behindertengerechten Adaptierung gibt es inzwischen ein Angebot via Internet (www.arztbarrierefrei.at), bei dem Patienten mit Behinderung entsprechende Ordinationen in ihrer Umgebung finden können. Zusätzlich können Patienten über www.praxisplan-wien.at nach Ordinationen, die nach behindertenrelevanten Kriterien vermessen wurden, suchen. Hier arbeitet die Ärztekammer schon seit einiger Zeit erfolgreich mit Behindertenorganisationen zusammen.

Im Zuge der Evaluierung abgemeldet wurden bislang 358 Ordinationen. „Wir befinden uns im ersten Evaluierungsprozess. Deshalb ist die Zahl der geschlossenen oder mit Mängeln beurteilten Praxen noch relativ hoch. Doch es zeigt, dass der Selbsteinschätzungsprozess der Ärzte funktioniert – wir schauen genau auf die Qualität, von der andere nur träumen“, so Dorner.

Katalog mit 60 Fragen

Für die Ordinationsevaluierungen hat die ÖQMed einen Katalog mit 60 Fragen erarbeitet, welche die Ärzte beantworten müssen. Themen sind beispielsweise die Öffnungszeiten, die Ausstattung mit Geräten, Hygiene und Sauberkeit, die Fortbildung sowie die Möglichkeit von Hausbesuchen.

Zudem werden die Ordinationen von Beauftragten der ÖQMed, selbst Ärzte mit einer entsprechenden Zusatzausbildung für Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement, stichprobenartig besucht und überprüft. Bei etwaigen auftretenden Mängeln wird eine Frist zur Behebung gesetzt. Wenn dies nicht passiert, kann es zur Schließung der Praxis kommen. „Besonders dann, wenn Mängel angegeben werden oder wir im Einzelfall Mitteilungen von außen erhalten, kommt es zu einer Vor-Ort-Überprüfung“, so Dorner.

Die ÖQMed wurde 2004 mit dem Auftrag gegründet, die im Gesetz festgelegten Aufgaben wie Qualitätsevaluierung, Qualitätskontrolle sowie Führung eines Qualitätsregisters zu übernehmen.

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  • Ist das ein Scherz? Eher eine Freichheit!