ORF erweitert Gehörlosenservice

Gehörlosenbund kritisiert Maßnahmen als unzureichend

Teletext im ORF
BIZEPS

Der ORF kennzeichnet ab 9. Juni Sendungen, die auf der Teletext-Seite 777 untertitelt werden, mit einer Insert-Einblendung zu Sendungsbeginn. Ein abstrahiertes durchgestrichenes Ohr macht auf Sendungen aufmerksam, die zusätzlich zu regelmäßig untertitelten Programmen mit Untertiteln ausgestrahlt werden, teilte der ORF heute, Dienstag, in einer Aussendung mit. Das international übliche Symbol löst das bisher verwendete „UT“ auch bei Programmhinweisen im Internet programm.orf.at sowie unter orfprog.apa.at/ORFProg ab. Zudem soll in sämtlichen Programmtexten auf die Gehörlosenuntertitelung via Teletext hingewiesen werden.

Die Präsidentin des Österreichischen Gehörlosenbund www.oeglb.at, Helene Jarmer, kritisierte indessen in einer Aussendung das geplante neue ORF-Gesetz. In ihm sei lediglich eine schwache Formulierung enthalten, die zwar zeige, dass man sich derExistenz der Gehörlosen bewusst sei, die jedoch überhaupt keine Absicherung darstelle.

Konkret fordert Jarmer den verstärkten Einsatz der Gebärdensprache etwa bei einer Nachrichtensendung täglich sowie bei einer moderierten Kindersendung pro Woche. Ein „minimaler Prozentsatz“ an untertitelten Sendungen täglich müsse eingehalten und kontinuierlich ausgebaut werden.

Der ORF startete 1980 mit der Untertitelung von Sendungen im Rahmen des Teletexts. Laut eigenen Angaben hält der ORF seit Jahren im deutschen Sprachraum die Spitzenposition in diesem Angebot für hörbehinderte Seher.

Mit einem Finanzaufwand von rund 13 Mio. Schilling und 16 redaktionellen Mitarbeitern untertitelt die Teletext-Redaktion derzeit über 170 Fernsehstunden pro Monat für rund 490.000 Gehörlose und stark Schwerhörige in Österreich. Spitzenreiter bei den Hörbehinderten ist die „ZiB“ mit einer Nutzung von 92 Prozent.

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