ORF: Nächster Rückschritt schon geplant

Die ORF-Geschäftsführung plant angeblich, mit Ende des Jahres die Wochenschau einzustellen. Pikant daran ist, dass die Wochenschau seit vielen Jahren auch mit Gebärdensprachdolmetschung gesendet wird. Ein Kommentar.

ORF Wochenschau mit Gebärdensprachdolmetscherin
ORF

Die Wochenschau ist die einzige ORF-Nachrichtensendung, die wirklich sichtbar mit Gebärdensprachdolmetschung gesendet wird.

„Public Value hat der ORF jetzt als neues Leitmotiv. Dann gerade diese Sendung abzuschaffen, wundert bürgerliche Stiftungsräte, die das am Mittwoch im Stiftungsrat ernsthaft diskutieren wollen“, meint dazu die Wiener Zeitung.

Der ORF würde damit seine Wochenzusammenfassung verlieren und es sollen an diesem Sendeplatz „alte Magazinbeiträge und Dokumentationen wiederholt werden“, erfuhr BIZEPS-INFO.

Schon wieder!

Schon im Jahr 2002 hatte der ORF geplant, die Wochenschau ersatzlos zu streichen. Doch hat er sich damals überzeugen lassen, dass dieser Rückschritt angesichts des mickrigen Angebots für die gebärdensprachkompetenten Zuseherinnen und Zuseher nicht akzeptabel ist.

Wer Nachrichten des ORF in Zukunft in Österreichischer Gebärdensprache (ÖGS) konsumieren möchte, muss den bewusst versteckten Sender „ORF 2 Europe“ (nicht zu verwechseln mit ORF 2) finden, um dort die ZiB 1 in ÖGS zu sehen. Alternativ gibt es noch für jene, die Internetzugang haben, das Live-Stream und Video-on-Demand-Angebot.

Einstellung zur ORF „Licht ins Dunkel“-Zeit

„Der Zeitpunkt der geplanten Abschaffung der Wochenschau ist besonders pikant gewählt: Gerade hat der ORF wieder (mit viel Prominenz) die Weihnachtsaktion-Aktion ‚Licht ins Dunkel‘ eingeläutet“, ist einer Unterlage zu entnehmen, die BIZEPS-INFO zugesandt wurde.

Wenn es eines weiteren Beweises bedurft hätte, wie unwichtig dem ORF seine behinderten Seherinnen und Seherin, so ist dieser (wieder einmal) erbracht.

Der ORF betreibt einerseits sein jährliches „Wir sind so gut“-Spektakel und bittet um Spenden, andererseits stellt er zeitgleich die einzige Nachrichtensendung mit sichtbarer Gebärdensprachdolmetschung ein.

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0 Kommentare

  • Allen jenen „Sehenden“ in der ORF-Geschäftsführung, die die Sendung streichen wollen, ins Stammbuch geschrieben: Man darf nie vergessen, dass Nicht behindert sein kein Privileg ist, sondern ein GESCHENK, das einem jederzeit genommen werden kann!

  • Tja, da haben sie sich ja gefunden LiD und der ORF, ein unzertrennliches Paar. Ich kann nur immer wieder dazu aufrufen, nicht zu spenden und wenn spenden, dann nur direkt an Vereine ohne den LiD. Die verdienen sich dumm und dusslig.

  • Ein Eigentor nach dem anderen …

  • Wen wundert es, wenn der ORF etwas NICHT schafft? provinzielle und tendenziöse Berichterstattung, Stunden hinter den seriösen Sendern, Product Placement bis zum Anschlag, die 276. Wiederholung der ältesten US-Serie … Außer seinem riesigen Beamtenapparat braucht niemand den ORF.