Ottmar Miles-Paul erhält Marburger Leuchtfeuer für soziale Bürgerrechte

Kobinet-Redakteur Hartmut Smikac hat bei Franz-Josef Hanke von der Humanistischen Union nachgefragt, was es mit dieser Auszeichnung, die dieses Jahr zum 20. Mal verliehen wird, auf sich hat und welche Botschaft damit verbunden ist.

Ottmar Miles-Paul
Ottmar Miles-Paul

Der Behindertenrechtler und kobinet-Redakteur der ersten Stunde, Ottmar Miles-Paul, wird am 3. Juni 2024 in Marburg mit dem Marburger Leuchtfeuer für soziale Bürgerrechte ausgezeichnet. Die Laudatio hält die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

kobinet-nachrichten: Am 3. Juni 2024 wird das Marburger Leuchtfeuer an den Behindertenrechtler Ottmar Miles-Paul verliehen. Was hat es mit dem Marburger Leuchtfeuer auf sich?

Franz-Josef Hanke: Das „Marburger Leuchtfeuer für soziale Bürgerrechte“ ist eine undotierte Auszeichnung für herausragenden Einsatz zugunsten der gleichberechtigten Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben. Die Humanistische Union Marburg und die Stadt Marburg verleihen das „Leuchtfeuer“ gemeinsam. In diesem Jahr wird das „Marburger Leuchtfeuer“ bereits zum 20. Mal verliehen.

kobinet-nachrichten: Ottmar Miles-Paul hat zwar drei Jahre in Marburg gelebt, das ist aber schon eine Weile her. Wie ist die Jury darauf gekommen, einem Nicht-Marburger diese Auszeichnung zu verleihen?

Franz-Josef Hanke: Ottmar Miles-Paul wurde der Jury von einer behinderten Frau aus Marburg vorgeschlagen. Die Auszeichnung geht nicht nur an Marburgerinnen und Marburger, sondern auch an Menschen, die in einer Beziehung zu Marburg oder zumindest zu Hessen stehen. Das ist also keine rein lokale Auszeichnung. Die Humanistische Union hat sie sich sogar bundesweit als ihren „Sozialpreis“ zu eigen gemacht.

kobinet-nachrichten: Mit der Verleihung des Marburger Leuchtfeuers wird ja auch eine Botschaft für Menschenrechte und Demokratie ausgestrahlt. Wie ist hier der Zusammenhang mit der Behindertenbewegung, die von Ottmar Miles-Paul seit vielen Jahren entscheidend mitgeprägt wird?

Franz-Josef Hanke: Ziel der Preisvergabe ist immer, Menschen anhand eines herausragenden Beispiels zu ermutigen, ihre sozialen Rechte in Anspruch zu nehmen. Das kann ein Engagement zugunsten von gleichem Zugang zur Bildung und für Bildung ohne Rassismus sein, wie bei der letztjährigen Preisträgerin Serpil Unvar aus Hanau, oder eben auch das Eintreten für Selbstbestimmung behinderter Menschen, wie bei Ottmar Miles-Paul.

kobinet-nachrichten: Unsere Leserinnen und Leser würden auch gern etwas mehr über die Humanistische Union erfahren.

Franz-Josef Hanke: Die Humanistische Union als größte und älteste Bürgerrechtsorganisation Deutschlands sieht sich immer an der Seite derjenigen, die – egal in welchem Bereich und aus welchen Gründen – für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung kämpfen müssen.

Die deutsche Behindertenbewegung hat hier inzwischen zwar schon – nicht zuletzt auch dank des Engagements von Ottmar Miles-Paul – viel erreicht, doch bleibt immer noch viel zu tun, zumal der Druck auf die Demokratie auch aufgrund der hemmungslosen Propaganda rechtspopulistischer Parteien wie der AfD und antisemitischer, rassistischer sowie menschenfeindlicher Ressentiments bis weit in die viel zitierte „Mitte der Gesellschaft“ hinein in den letzten Jahren leider ständig steigt.

„Menschenwürde“ gemäß Artikel 1 des Grundgesetzes ist unabdingbare Voraussetzung für gelebte Demokratie. Die Würde der am meisten benachteiligten Menschen ist dabei der deutlichste Indikator für den Stand der Entwicklung eines demokratischen Gemeinwesens, wie es einst der Lebenshilfe-Gründer Tom Mutters in Marburg formulierte.

kobinet-nachrichten: Wie und wann findet die Verleihung des Marburger Leuchtfeuers statt?

Franz-Josef Hanke: Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen einer Feierstunde am Montag, den 3. Juni 2024 in Marburg. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer wird als einstige politische Weggefährtin des Preisträgers die Laudatio auf Ottmar Miles-Paul halten.

kobinet-nachrichten: Vielen Dank für das Interview.

Franz-Josef Hanke: Vielen Dank für die Fragen und die Gelegenheit, sie zu beantworten!

Zum Hintergrund zum Marburger Leuchtfeuer für soziale Bürgerrechte: Mit dem Marburger Leuchtfeuer wurden bisher u.a. Kristina Hänel und Ruby Hartbrich, Peter Fischer, Dr. Ulrich Schneider, Dr. Bernhard Conrads und Horst Eberhard Richter ausgezeichnet.

Weitere Infos zum Marburger Leuchtfeuer und den bisherigen Preisträgern sind auch auf diese Internetseite zu erfahren.

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Ein Kommentar

  • Meine herzliche Gratulation dem Ottmar Miles-Paul.
    Er hat sich die Auszeichnung redlich verdient!