OTTO STÄNKERER: Falsches Baby im Spital abgetrieben

So titelte der Kurier vom 8. November 1995 eine Geschichte aus Großbritannien und schrieb dann weiter:

Otto Stänkerer - Kürbis der böse schaut
BIZEPS

„Tragödie im Attenbrooks Hospital in Cambrige. Einer werdenden Mutter war mitgeteilt worden, daß ihr Kind am ´Down-Syndrom´ – an Mongolismus – leiden werde. Daraufhin entschloß sie sich in der 20. Schwangerschaftswoche zu einer Abtreibung, die Ärzte entfernten den Fötus. Bei der anschließenden Untersuchung wurde festgestellt, daß das werdende Kind aber völlig normal war. Erst nach diesen Tests im Labor wurde der Geschichte nachgegangen und festgestellt: Einer völlig gesunden Frau war der völlig gesunde Embryo entfernt worden.“

Es gibt kein FALSCHES oder RICHTIGES Baby – es gibt gewollte und ungewollte. Die Wertung des Lebens in diesen Artikel ist völlig unakzeptabel. Die Betonung, daß sowohl die Frau als auch das Embryo „völlig gesund“ waren, zeigt deutlich, daß hier gesundes bzw. nichtbehindertes Leben klar höher und wertvoller, als krankes bzw. behindertes Leben eingestuft wird.

Und in Österreich? Bei nichtbehinderten (= nichtgeschädigten) Kindern ist der Schwangerschaftsabbruch innerhalb der ersten drei Monate nach Beginn der Schwangerschaft straffrei. Ausgenommen von dieser Dreimonatsfrist sind Kinder, bei denen eine ernste Gefahr besteht, daß das Kind geistig oder körperlich schwer geschädigt sein wird. Der § 97 StGB (= Fristenlösung) erlaubt, daß im Fall einer diagnostizierten Behinderung des Fötus ein Schwangerschaftsabbruch allein aus diesem Grunde auch NACH der Zwölfwochenfrist der Fristenlösung straffrei vorgenommen werden kann. Er kann praktisch bis unmittelbar vor der Entbindung abgetrieben werden.

Sollen wir eine solche Wertung unwidersprochen zulassen?

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