OTTO STÄNKERER: Hallo liebe Leute!

Ich bin´s, der große, böse Wolf. In letzter Zeit sieht und hört der Wolf immer wieder eine Geschichte und die geht so:

Otto Stänkerer - Kürbis der böse schaut
BIZEPS

Treu legt das Hundi die Schnauze auf den Schoß, aus dem Maul baumeln die Schlüssel. Braves Hundi hat sie vom Boden aufgehoben und Frauchen1) gebracht, weil Frauchen im Rollstuhl sitzt und sich auch sonst nicht viel bewegen kann. Das brave Hundi ist die AssistentIn von Frauchen, ihre PartnerIn.

Hundi heißt Partnerhundi, sponsered by Chappi. Frauchen will aus dem Haus, Hundi macht die Türen auf. Finster wird es, Frauchen will Licht, Hundi macht Licht. Hundi kann auch Licht ausschalten. Hundi kann auch noch für Frauchen hören und sie wecken, wenn Frauchen taub ist.

Hundi kann auch Rollstuhl ziehen. Hundi kann auch Sachen tragen, nicht im Maul, nein in den Tragtaschen auf seinem Rücken. Frauchen geht mit Hundi und Tragtaschen gerne einkaufen, aber Hundi muß draußen bleiben – vorm Geschäft.

Hundi kann vieles, aber Hundi kann leider nichts, was wirklich wichtig wäre, um Frauchen durch den Alltag zu helfen: Essen Kochen, Waschen, Haushalt versorgen und vieles mehr, was Frauchen so braucht, wenn der Tag lang ist. Aber Frauchen hat ein liebes Hundi, dafür kommt auch sie öfter hinaus, weil Hundi braucht Auslauf, muß Gassi gehen und da kann es schon passieren, daß Frauchen von anderen Menschen angesprochen wird; und daß freut Frauchen natürlich, weil sie hat so wenig Kontakt zu anderen.

Hundi kostet ja eh nur 150.000,–, das ist ja eh nicht viel. Nur Frauchen kann sich das nicht leisten und Hundi will2), daß die Sozialversicherung zahlt, weil Hundi ist ja ein Hilfsmittel oder möchte gern eins sein.

Da schluckt der große böse Wolf jetzt erst einmal und wundert sich gehörig. Das Hundi ist ein Hilfsmittel? Jedenfalls bringt das Hundi für den geschmalzenen Preis nicht gerade viel. Hundi kann durch anderes ersetzt werden.

Hundi verursacht außerdem Arbeit, die Frauchen selbst nicht machen kann, wofür sie also Assistenz braucht. Weil Frauchen meist sehr bedient ist, wenn sie das Hundi braucht. Aber: Hundi ist lieb, Hundi ist nett, Hundi mag alle und ist so verständnisvoll. Hundi ist Frauchens Liebling und schafft auch Unabhängigkeit, behauptet Frauchen.

Aha, da schaut der große böse Wolf aber. Hundi als helfende Pfote sozusagen, der menschliche Arbeitskraft ersetzt, weil letztere schafft Abhängigkeit. Der große böse Wolf hebt die Brauen und staunt: Mehr Autonomie durchs liebe Hundevieh, oder was? Natürlich nicht, weil wer bitt´ schön gibt die Sachen in die Tragtasche, wer putzt die vollgesabberten Dinger, die Hundi mit dem Maul aufhebt, wenn Frauchen nicht kann? Die AssistentIn, die menschliche wohlgemerkt, und da ist es dann auch schon wieder aus mit der Autonomie, oder zählen vielleicht AssistentInnen zum Hausrat?

Wahrscheinlich, weil sonst würd´ frau endlich aufhören mit dem saublöden Unabhängigkeitsgesudere. Himmel Frau Göttin noch einmal, es ist besch…., mit der allumfassenden Abhängigkeit zu leben und es ist zum Mondanheulen, jefrau anzubetteln um einen Handgriff, aber sorry, ein Wuff macht das nicht wett.

Aber jetzt noch zu etwas ganz anderem. Das Hundi kostet Frauchen S 150.000,– plus diverser Extrakosten für Futter, Pflege, etc., wenn sie das Geld hat, sonst soll die öffentliche Hand zahlen und Hundi als Hilfsmittel anerkennen. Das muß frau sich einmal auf der Zunge zergehen lassen, S 150.000,– für ein Hundi, das mehr Probleme schafft, als es löst. Immerhin schauen sie nett aus, Frauchen und Hundi.

Trotzdem: Ein ganzer Batzen Geld für ein Hundevieh, das allenfalls ein bißchen die Stimmung von Frauchen hebt und die Kommunikation fördert. Da wird das graue Wolfsfell noch viel grauer vor lauter Gram, weil dem Wolf fällt dann so manches ein.

Hat er doch noch nie irgendwen so nach Gerechtigkeit plärren hören, wenn es um weniger treuherzige Dinge ging als diese leben Hundi. Viele Hilfsmittel sind teurer, bringen mehr und keine zahlt und niefrau regt sich groß auf darüber. Oder wo sind die Schreihälse, wenn es um Assistenzdienst geht, ein Hilfsmittel ander Art? Da bleibt der Äther stumm und die Feder trocken.

Sperrige Themen, ja, ja, all zu sperrig um eine gute Geschichte herzugeben, jenseits von Sensation und Skandal, Gefühlsduselei und Rührseligkeit. Da nehmen wir doch lieber ein Hundi, ein nettes behindertes Frauchen und schon haben wir ein niedliches Paar und dann noch den Skandal, daß keine zahlen will, das ist eine Geschichte.

Und dazu eine Hundemami, die fleißig die Trommel rührt und keine blickt mehr durch. Hier werden faule Eier verkauft und Luftschlösser gebaut mit Partnerhundis und ihrem Können. So geht´s ja dann wohl nicht.

Aber genug gepredigt für heute, liebe Leute! Der große böse Wolf geht jetzt den Mond anheulen. Bis irgendwann.

Eurer großer böser Wolf

P.S.: Falls wer die Hundemami aus Gröding sehen sollte, sie soll bitte aufhören so penetrant Werbung zu machen.

1) Frauchen steht hier auch für Herrchen

2) Nicht Hundi, sondern Hundemami (Trainerin) will das

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