OTTO STÄNKERER: „In den Pflegestrukturen“

Tatsache in Wien ist: Wer mehr als 27 Wochenstunden Hilfe und Pflege benötigt und mehr Stunden bei den sozialen Stützpunkten nicht erkämpft - muß ins Heim.

Otto Stänkerer - Kürbis der böse schaut
BIZEPS

„In den Pflegestrukturen wird sich viel ändern müssen, weil eines muß man festhalten: Die Ausgangsposition … ist nicht … günstig. Es fehlen primär teilstationäre und mobile Einrichtungen.“, erläutert Sektionschef Dr. Gruber BM für Arbeit und Soziales.

Sektionschef Dr. Gruber kritisiert folgenden Umstand: Nur 2 Organisationen in Wien bieten derzeit Nachtdienste an und die Gemeinde Wien bezahlt Nachtdienste nur in Ausnahmefällen. D. h., Leute die Nachtdienste benötigen, müssen diese privat bezahlten.

Die Organisation Junge Panther verrechnet pro Nacht S 750,– (12 Stunden frei einteilbar). Die andere Organisation Helfende Hände verrechnet pro Nacht S 950,– zu denselben Bedingungen.

Das bedeutet für behinderte Menschen, daß selbst mit der höchsten Pflegegeldstufe (S 20.000,–) es unmöglich ist, für ein Monat Nachtdienste zu bezahlen.

Tatsache in Wien ist: Wer mehr als 27 Wochenstunden Hilfe und Pflege benötigt und mehr Stunden bei den sozialen Stützpunkten nicht erkämpft – muß ins Heim.

Ganz anders dazu ein dänischer Paragraph (Sozialhilfegesetz 48, Abs. 4): „Personen mit einer weitergehenden physischen oder psychischen Behinderung, die in ihre eigenen Wohnung bleiben, haben das Recht, notwendige Mehrausgaben ihrer Versorgung, die durch die Behinderung entstehen, von der öffentlichen Hand zu bekommen.“

Wenn Pflegegeld – wie es heißt – nur ein Beitrag zur Pflegevorsorge ist, müßten die Länder wenigsten den verbleibenden Rest an Pflegebedarf mit bedarfsgerechten Sachleistungen abdecken, meint Ihr

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