OTTO STÄNKERER: Persönlich

Daß in Österreich die Integration nicht sehr beliebt ist, ist schon bekannt.

Otto Stänkerer - Kürbis der böse schaut
BIZEPS

Aber daß die Ministerin Gehrer persönlich und Scharen von Schulbeamten ganz offen auf ein gehörloses Mädchen losgehen ist schon neu. Daß dabei jede Methode recht ist und „Fünfer“ ausgeteilt werden, daß SchülerInnen das Fürchten bekommen würden, ist auch ein starkes Stück.

Wozu die geballte Behördenmacht auf ein einziges Mädchen? Sie will sich doch tatsächlich den Beruf selber aussuchen, will ihn in der selben Schule erlernen, wie alle anderen SchulkollegInnen und nicht irgend einen Standardberuf für Gehörlose annehmen. Und das geht nicht, solange ein einziger Nichtbehinderter keine Lehrstelle hat, da wäre schon der Staat in Gefahr. Das Prinzip „Behinderte zuletzt“ ist eines der größten Herzensanliegen konservativer Politik.

Wo kommen wir denn hin, wenn Behinderte nicht mehr herzeigbar arm und elend sind, es könnte doch glatt „Licht ins Dunkel“ in Gefahr kommen! Wo kommen wir denn hin, wenn nicht mehr fein säuberlich zwischen gut und schlecht, zwischen behindert und nichtbehindert unterschieden wird!

Da könnten doch noch einige auf die Idee kommen und meinen, sie könnten mit oder ohne „Fünfer“ glücklich leben! Vielleicht kommen, wenn bei der Integration nicht Härte gezeigt wird, Menschen noch auf andere fürchterliche Ideen, daß vielleicht bei unserem Reichtum gar nicht so geknausert werden müßte und vielleicht ein allgemeines Basiseinkommen drinnen ist, …

Mit Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit/Schwesterlichkeit hat es ja schon einmal angefangen – die Schulbehörde bewahr uns davor …

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