OTTO STÄNKERER: Wien ist anders …

Während in anderen Ländern allmählich auch ins Bewußtsein der Verantwortlichen gedrungen ist, daß behinderte Menschen spezielle Bedürfnisse haben - z. B. was bauliche Gegebenheiten betrifft - gehen in Wien die Uhren anders.

Otto Stänkerer - Kürbis der böse schaut
BIZEPS

Eine z. B., amerikanische Touristin im Rollstuhl muß sich, in der als Kulturstadt angepriesenen Metropole, wie in einem Alptraum fühlen:

Ausstellungen die nur über Stufen zu erreichen sind (z. B. Museum des 20. Jahrhunderts), die rollifreundlichen, noch lange nicht rolligerechten Zugänge können nur mit Pioniergeist ausgeforscht werden, da sämtliche Hinweise fehlen (z. B. Hofburg), die Anzahl der Rolli Plätze entspricht nicht der Nachfrage (z. B. Staatsoper); es gibt immer noch Kulturstätten, die überhaupt nicht „befahren“ werden dürfen (so manches Kino oder Theater, sie haben vielleicht schon eigene Erfahrungen gemacht …)

Auch wenn wir vom amerikanischen „Antidiskriminierungsgesetz“ (jedes öffentlich zugängliche Gebäude muß auch für RollstuhlfahrerInnen zugänglich sein) noch weit entfernt sind, ist nicht einzusehen, warum in Wien die Uhren rückwärts laufen.

2 Beispiele:

Das Urania Kino (nie rollstuhlgerecht, aber benutzbar) wurde umgebaut. Resultat – es gibt noch mehr Stufen als zuvor, die existerenden Rollstuhlplätze wurden eliminert. Das ehemalige Rondell Kino, wird zu einem Theater umgebaut – im Souterrain.

Vielleicht sollte unser Bürgermeister (und ehemalige Kulturstadtrat) seine Bürgernähe nicht nur dadurch dokumentieren, daß es sich aufs Fahrrad setzt.

Borgen wir ihm doch einen Rollstuhl. Mit dem Rolli Wiens Kultur erleben ist ein Abenteuer meint Ihr Otto Stänkerer.

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