Gründungsveranstaltung accessible media 050316

Papst: „Durch gezielte Beratung Zeit und Kosten sparen“

Die Plattform "accessible media - Zugang für alle" feiert am 16. März 2005 ihr einjähriges Bestehen. Im BIZEPS-INFO Interview blickt die Vorsitzende Eva Papst auf ein erfolgreiches Jahr zurück.

„Je größer die Plattform wird, die sich aktiv und intensiv um das Thema Barrierefreiheit bemüht, desto selbstverständlicher wird das Verständnis um die Notwendigkeit und vor allem die Vorteile werden“, formulierte Eva Papst, Vorsitzende von „accessible media – Zugang für alle„, bei der Gründung im März 2005.

Ein seit Jahren bewährtes Team im Bereich barrierefreies Internet hatte sich neu organisiert und zu einer Plattform von Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Bereichen zusammengeschlossen.

„Nach einem Jahr sehe ich die Motive bestätigt, die der Anlass zur Gründung von „accessible media“ waren“, zeigt sich Papst im Rückblick erfreut.

Beratungen

Die Expertinnen und Experten von „accessible media“ testen nicht primär mit Automaten und Prüfprogrammen sondern auf Zugänglichkeit in der Praxis.

Es ist wichtig „auf möglichst breiter Basis über die Erfordernisse besser zugänglicher Webseiten zu informieren und Beratung und Begleitung bei Neu- und Umgestaltung gezielt anzubieten“, erläutert Eva Papst, blinde Expertin und langjährige Beraterin im Bereich barrierefreies Internet.

Die Palette der Beratungsanfragen ist vielfältig und reicht von „Bundesbehörden wie Bundeskanzleramt, Verkehrs- und Sozialministerium über Landesauftritte wie beispielsweise „wien.at“ bis zu großen Medien, Verkehrsbetrieben, Kreditinstituten und Behindertenorganisationen“, zählt die Vorsitzende auf. Nicht immer wollen die Beratenen namentlich genannt werden. Dies trifft besonders in frühen Phasen der Beratung zu.

Welche Fragen müssen beantwortet werden?

Auftraggeber von barrierefreien Internetangeboten stehen derzeit vor allem vor folgenden Fragen:

  • Wie definiere ich in Leistungsausschreibungen Barrierefreiheit als Vertragsbestandteil?
  • Welche gesetzlichen Rahmenbedingungen gelten für mich als Auftraggeber?
  • Welche Anbieter haben wirklich die Kompetenz, barrierefreie Internetseiten zu produzieren?
  • Wie überprüfe ich die gelieferte Leistung bzw. wer unterstützt mich als Auftraggeber bei der Leistungsüberprüfung?

„Wir werden als Plattform „accessible media“ in den nächsten Monaten verstärkt Informationen zu diesen Fragen verbreiten, um Auftraggeber von barrierefreien Internetangeboten zu unterstützen“, kündigt Papst an.

Derzeit herrscht in diesem Bereich ziemlich viel Unwissen auf der Seite der Auftraggeber vor. Ihnen gegenüber sitzt eine Reihe von Agenturen, die mangelnde Kompetenz durch vollmundige Zusagen kompensieren wollen.

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Barrierefreies Internet ist nicht nur ein Qualitätsmerkmal sondern in einigen Bereich in Österreich auch eine gesetzliche Verpflichtung. „Ich sehe die geschaffenen gesetzlichen Bestimmungen nicht nur als ein Zugeständnis an die Bedeutung der ungehinderten Teilnahme am Informationsaustausch, sondern“ – so Papst weiter – „vor allem auch als wichtiges Fundament für eine spürbare Qualitätsverbesserung moderner Medien.

Das Bestreben, immer mehr Aktionen wie Einkauf, Bankgeschäfte, aber auch Bildung oder den Steuerausgleich vom persönlichen Kontakt zur virtuellen Interaktion zu verlagern, bedarf „dringend solider und qualitativ hochwertiger Web-Plattformen, um von der Bevölkerung auch ausreichend angenommen zu werden“, hält die blinde Expertin fest.

Durch gezielte Beratung Zeit und Kosten sparen

Die Plattformmitglieder von „accessible media“ sehen ihre vorrangige Aufgabe in naher Zukunft vor allem darin, Anbietern von relevanten Web-Auftritten bei dem Prozess der nutzergerechten Gestaltung ihres Angebots durch gezielte Beratung zu unterstützen und dadurch nicht nur ein zielgruppenorientiertes Medium zu schaffen, sondern auch Zeit und damit Kosten sparen zu helfen.

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